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Blinden- und Sehbehindertenverein
Südbaden e.V.

 


 



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Presse- und Medienbereich des BSV Südbaden e.V.

nachstehend finden Sie eine Aufstellung von Presseartikeln, die sich mit unserer Selbsthilfeorganisation beschäftigen. Die hier aufgeführte Presseübersicht ist keineswegs vollständig. Weiterführende Artikel können als Kopie in der Vereinsgeschäftsstelle angefordert werden.

 



Lucentis jetzt als Medikament gegen altersbedingte Makula Degeneration

Durchbruch im Streit um Medikament gegen Altersblindheit - Zwangszulassung des Konkurrenzmittels Avastin wohl abgewendet

Düsseldorf - Dem Schweizer Pharmakonzern Novartis ist mit seinem Augenmittel Lucentis in Deutschland ein Durchbruch gelungen. Nach Informationen der WELT haben sich der Konzern und der Bundesverband der AOK knapp acht Monate nach der politischen Debatte um die Erstattung des Medikamentes auf einen millionenschweren Rahmenvertrag geeinigt. Novartis und die größte deutsche Krankenkasse bestätigten die Informationen, wollten sich aber noch nicht zu Details äußern. Das Vertrags-Volumen soll sich im dreistelligen Millionen-Bereich bewegen, heißt es aus dem Umfeld der Verhandlungspartner.

Experten erwarten nun, dass die Bundesregierung ihre Vorbehalte gegen das Medikament aufgeben wird und andere Krankenkassen dem Vorbild der AOK folgen werden. Auch die geforderte Zwangszulassung eines Konkurrenzproduktes könnte damit endgültig vom Tisch sein.

Der Streit um das Augenheilmittel Lucentis, das eine bestimmte Art der Altersblindheit (AMD) behandelt, war der bisher heftigste in der deutschen Gesundheitsbranche um ein einzelnes Medikament. Im vorigen Herbst erreichte die politische Debatte ihren Höhepunkt, als verschiedene Gesundheitspolitiker und einzelne Kassen die Zwangszulassung eines Konkurrenzproduktes zu Lucentis forderten. Es hätte die deutsche Pharmabranche völlig auf den Kopf gestellt. Denn durch die Forderung nach einer Zwangszulassung wäre der Patentschutz der Pharmafirmen unterlaufen worden. Zudem hätten Patienten erstmals unkalkulierbare Haftungsrisiken gedroht.

Hauptstreitpunkt waren die Kosten für Lucentis. SPD-Gesundheitspolitiker und einzelne Krankenkassen warnten vor neuen Milliarden-Kosten durch den Einsatz des Novartis-Medikamentes. Der Schweizer Pharmakonzern selbst warf den Kritikern unseriöse Stimmungsmache und falsches Zahlenmaterial vor. Die Lucentis-Kritiker favorisierten damals das Konkurrenz-Produkt Avastin, das aber eigentlich nur für Darmkrebs-Behandlung zugelassen ist.

Der Hersteller, die Schweizer Pharmafirma Roche, lehnt eine Zulassung von Avastin als Heilmittel gegen Altersblindheit weiterhin ab und warnt vor dem Risiko beim Einsatz: Es gebe keine umfangreiche Studie, die den Einsatz von Avastin bei Altersblindheit untersuchte. Der Streit ging sogar so weit, dass einzelne Krankenkassen Ärzten höhere Honorare erstatteten, wenn sie Avastin zur Behandlung einsetzen.

Aktuell leiden etwa 450 000 Patienten an der speziellen Altersblindheit. Behandelbar sind aber nur die Neuerkrankungen. Ab dem 65. Lebensjahr trifft es jeden Vierten, ab dem 75. Geburtstag sogar jeden Dritten. Die Zahl der Neuerkrankungen wird nach Meinung führender Augenheilkundler in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.

Der neuen Rahmenvereinbarung von Novartis und AOK ist bereits die Mehrzahl der Landesverbände beigetreten. Sie sieht auch eine Kostenobergrenze für die AOK vor. Verbraucherschützer und Patientenorganisationen begrüßten die Einigung. Der Zugang zum Medikament sei nun leichter und ohne finanzielle Eigenleistung der Patienten möglich. Zudem müssten Erkrankte nun keine Haftungsprobleme mehr fürchten, die bei einer Behandlung etwa durch Avastin gedroht hätten.

Quelle: Die Welt - Ausgabe vom 16.06.2008

 

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WOCHE DES SEHENS IN FREIBURG

Am 10. Oktober fand die Einweihung der neuen Räumlichkeiten des BSVSB (Blinden- und Sehbehindertenverein SüdBaden e.V.) in der Wölflinstraße 13 in Freiburg statt. Der BSVSB hat einen Teil seiner Räumlichkeiten umgebaut und neu gestaltet und so einen neuen Besprechungsraum mit Multimediaanlage und eine sehbehindertengerechte Lehrküche gewonnen. Welcher Zeitpunkt eignet sich für eine Einweihung nicht besser, als die bundesweite Woche des Sehens.

Bild: Herr Knebel Bild: Herr Krebser & Frau Dr. Strittmatter
Das Foto zeigt den Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverein - Herrn Knebel Das Foto zeigt den Mitarbeiter des Blinden- und Sehbehindertenvereins - Herrn Krebser - im Gespräch mit Frau Dr. Strittmatter (einer selbst sehbehinderten Rat suchenden Person

Hierzu veranstalteten der BSVSB gemeinsam mit Pro Retina – Ortsgruppe Freiburg / Südschwarzwald und der Nikolauspflege einen Informationstag zum Thema ‚Zwischen Sehen und Nicht sehen’ – Diagnostik unter medizinischem, pädagogischen und berufspsychologischem Aspekt.

Der BSVSB nahm diesen Zeitpunkt nun auch zum Anlass, um mit seinen Partnerorganisationen einen Tag rund ums Sehen zu gestalten.

Gutes Sehen ist nicht selbstverständlich. Häufig fällt das erst auf, wenn die eigene Sehleistung nachlässt oder sogar Erblindung droht. Im Rahmen der Einweihungsfeier zeigten die drei Partner den Besucher/innen die aktuellen Erkenntnisse und eventuelle Lösungsschritte nach einer eingetretenen Sehbehinderung auf.

Die Stiftung Nikolauspflege und die Pro Retina – Ortsgruppe Freiburg / Südschwarzwald traten neben dem Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. als Mitveranstalter auf. Zusätzlich stellte sich die Sehbehindertenschule Waldkirch mit deren Frühförderprogramm vor. Ein Low-Vision-Berater offerierte sein Angebot von vergrößernden Sehhilfen.

Das Surfen im Internet konnte unter fachkundiger Anleitung an einem Computerarbeitsplatz mit Sprachausgabe, Großschrift-Software und Blindenschrift-Display praktisch erprobt werden. Für das leibliche Wohl wurde ebenfalls gesorgt.

Inhaltlich gestaltete sich der Tag durch spezielle Fachvorträge: Herr Mischa Knebel, - Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. - eröffnete die Veranstaltung.

Bild: Herr Dr. Gehrig

Danach sprach Herr Dr. Klaus Gehrig, der Bundesvorsitzende von Pro Retina zum Thema ‚Medizinische Diagnostik bei Sehverschlechterung.

Bild: Frau Weis

Als nächstes kam Frau Birgitta Weis von der Beratungsstelle der Staatlichen Sehbehindertenschule St. Michael zu Wort und berichtete über Möglichkeiten früher Förderung sehbehinderter Kinder.

Bild: Herr Hoffmann 

& Frau Deckert

Im sich anschließenden Vortrag der Stiftung Nikolauspflege wurde der rote Faden von der kindlichen Entwicklung weiter zur Berufsausbildung geführt. Frau Regine Deckert und Herr Martin Hoffmann erläuterten die Möglichkeiten beruflicher Förderung für blinde und sehbehinderte Menschen bei der Nikolauspflege in Stuttgart und insbesondere die Wohnortnahe Kooperative Berufliche Betreuung (WKB), die Herr Hoffmann von der neuen Regionalstelle Südbaden der Nikolauspflege in Waldkirch koordiniert.

Bild: Herr Dietz

Passend Zur Mittagszeit wurde in der Vortragsreihe ebenfalls von Essen und Haushaltsführung gesprochen. Trotz Blindheit zu Hause zurecht kommen - Neues Kursangebot Lebenspraktische Fähigkeiten. Herr Michael Dietz, Orientierungs- und Mobilitätstrainer der Nikolauspflege stellte das Angebot vor. Diese Koch- und Haushaltskurse werden zukünftig in der Lehrküche des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. für Interessierte blinde und sehbehinderte Personen angeboten.

Nach so viel Fachwissen wurde es am Nachmittag etwas gemütlicher: Fernsehen ohne Augenlicht - mit Hörkino kein unüberwindbarer Widerspruch. Wir zeigten zur Verdeutlichung den Hörfilm "Der Dritte Mann". Dieser Hörfilm wurde mit zusätzlich eingesprochenen Kommentaren für blinde Fernsehzuschauer versehen. Dazu erläuterte Herr Knebel die technischen Möglichkeiten des Hörfilmempfangs.

Bild: 

Low-Vision-Berater

Über den gesamten Tag hinweg konnten die Veranstalter insgesamt rund 95 betroffene Besucher/innen zählen, darunter auch TV-Südbaden, das am Abend eine kleine Meldung in den Nachrichten brachte. Besonders gelungen war die Veranstaltung durch die erfolgreiche Kooperation zwischen den Selbsthilfeorganisationen und den Bildungseinrichtungen. Dies ermuntert die Beteiligten zu weiteren Projekten.

 

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Aktionswoche "Mittendrin statt außen vor"

Zur ersten landesweiten Woche behinderter Menschen im Jahre 2008 fanden auch in Südbaden zahlreiche Veranstaltungen statt. Nachstehend zwei Fotos des Aktionstages in Villingen von Mittwoch, 07.05.2008

Bild Blindenparkur Bild: Gruppenfoto
Das Foto zeigt einen Blinden-Parkur, auf dem die Besucher/innen des Aktuionstages unter einer Brille, die eine starke Sehbehinderung simuliert mit dem weißen Langstock die Situation einer blinden Person in der Fußgängerzone nachempfinden konnten. Das Foto zeigt die Gruppe der Akteure. Wir danken der Albert-Schweizer-Schule für die Unterstützung.

 

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Rußpartikelfilter wird gefördert

Der Einbau eines Rußpartikelfilters in den Diesel wird mit 330 Euro Steuernachlass belohnt. Wie aber, wenn jemand von der KFZ-Steuerpflicht befreit ist? Die Lösung ist ein Rabatt auf die Werkstattrechnung.

Dazu erklärt die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer in einer Pressemitteilung: "Gesellschaftliche Teilhabe bedeutet auch, sich aktiv am Schutz der Umwelt beteiligen zu können. Moderne Behindertenpolitik befasst sich eben längst nicht mehr nur mit Fragen der Fürsorge oder dem Ausgleich von Nachteilen. Moderne Behindertenpolitik will Gleichstellung, Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglichen. Mit dem Rabatt erhalten behinderte Menschen die gleichen Anreize wie nicht behinderte Menschen, am Umweltschutz teilzunehmen. Sie erhalten eine Ermäßigung für den Filtereinbau von bis zu 330 Euro, was den steuerlichen Vorteilen entspricht."

Die Behindertenbeauftragte sagt in ihrer Pressemitteilung, wie das geht: "Der Kunde oder die Kundin wendet sich an eine A.T.U.-Werkstatt und bittet um die Nachrüstung des Fahrzeuges mit einem Rußpartikelfilter. Gleichzeitig wird der aktuelle KFZ-Steuerbescheid eingereicht, anhand dessen die Steuerbefreiung deutlich wird. Bei einer 100%-igen Befreiung wird von der Werkstatt ein Nachlass von 330 Euro auf die anfallenden Kosten gewährt, bei 50%-iger Befreiung ein Nachlass in Höhe von 165 Euro. Der Rabatt wird direkt von der Rechnung abgezogen.

Die Regelungen betreffen alle behinderten Menschen, die im Besitz eines Schwerbehindertenausweises mit den Merkzeichen "aG", "H", "Bl", "G", "Gl" sind und denen eine (teilweise) Befreiung von der KFZ-Steuer gewährt wurde."

 

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Navigieren – Jobs suchen – Bewerben

Ein Wegweiser für die Jobsuche im Internet mit Braillezeile und Sprachausgabe

Sehr geehrte Nutzerin, sehr geehrter Nutzer,

eine jetzt vorliegende CD wurde im Rahmen des Projekts JobBSI – Jobsuche für Blinde und Sehbehinderte via Internet - von der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte (ehemals Stiftung Blindenanstalt Frankfurt a. M.) in Kooperation mit der Rehabilitationseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte (RES) der Deutschen Blindenstudienanstalt Marburg erstellt. Das Projekt JobBSI wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung gefördert.

Die vorliegende CD besteht aus drei voneinander unabhängigen Teilen. Die Dateien liegen jeweils im Word-, rtf und html-Format vor. Ein Teil der Dateien steht als Version mit und ohne Screenshots zur Verfügung. Die Screenshots sind als gestalterische Auflockerung der Texte für die sehenden Leser zu verstehen, aber nicht als systematische Bebilderung der beschriebenen Arbeitsschritte.

Teil1: Navigation im Internet

Hier finden Sie einen umfangreichen Internet-Lehrgang, der Ihnen die Möglichkeit bieten soll sich entweder
- mit JAWS und/ oder - dem WebFormator
selbständig oder zu Lehrzwecken in den Umgang mit
- dem Internet Explorer

- der Navigation auf Webseiten

- dem E-mail-Programm Outlook Express
einzuarbeiten.

Teil2: Jobsuche im Internet

Dieser Teil enthält eine allgemeine Einführung zu Jobbörsen im Internet sowie Anleitungen zur Nutzung von ausgewählten Stellenbörsen, insbesondere der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit unter arbeitsagentur.de.

Unser Ziel ist, dass Sie mit Hilfe der Tipps, die Sie im ersten allgemeinen Teil zur Navigation im Internet erhalten, in der Lage sind, sich selbständig durch Jobbörsen zu bewegen, wenn unsere Anleitungen nicht mehr aktuell sind oder Sie andere Jobbörsen nutzen möchten.

Teil 3: Bewerben

Teil 3 ist ein Ratgeber zum Thema Bewerben um eine Arbeitsstelle. Der Ratgeber enthält Informationen zur Erstellung einer schriftlichen Bewerbung und zum Vorstellungs-gespräch. Hierbei wird auch auf Besonderheiten bei einer Bewerbung per Internet eingegangen. Daneben werden Tipps zur Darstellung der eigenen Behinderung in der Bewerbungsmappe und zum Umgang mit der Behinderung während des Vorstellungsgesprächs gegeben.

Ergänzt wird der Ratgeber durch eine Übersicht zum Thema „Behinderte Menschen im Beruf“, die die verschiedenen Förder- und Beratungsangebote für Arbeitgeber und Arbeitnehmer darstellt. Diese Übersicht stammt aus der Zeitschrift ZB, die von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen im Zusammenwirken mit der Bundesagentur für Arbeit herausgegeben wird und die wir mit der freundlichen Genehmigung des Verlags veröffentlichen dürfen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Jobsuche im Internet!

Ihre Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte
Telefon: 069/9551240
E-Mail: info@sbs-frankfurt.de

 

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Impulse für die Integration

Lörrach (nr). Der Behindertenbeirat der Stadt Lörrach hat seine Arbeit vor vier Monaten aufgenommen. Hervorgegangen ist er laut Behindertenkoordinator Jan Wenner aus dem „Lokale Agenda“-Prozess vor zwei Jahren. Außerdem hätten verschiedene Selbsthilfegruppen zur gleichen Zeit Initiativen für mehr Einfluss gestartet.

Der Behindertenbeirat hat laut Geschäftsordnung eine beratende Funktion für den Lörracher Gemeinderat und unterstützt ihn durch Anregungen, Empfehlungen und Stellungnahmen in allen Fragen, die für Menschen mit Behinderungen von Belang sind.

Außerdem gibt der Behindertenbeirat wichtige Impulse für die Integration von Menschen mit Behinderungen.

Zu den Aufgaben gehört insbesondere die Beratung über allgemeine Probleme und Anliegen von Behinderten und deren Interessenvertretung. Auch Maßnahmen zur Realisierung gleichberechtigter Teilhabe und Integration liegen im Aufgabenfeld des Behindertenbeirates. Außerdem soll er die Öffentlichkeit für die Probleme und Belange von Menschen mit Behinderungen sensibilisieren und bei der Planung und Entwicklung von Konzepten im Bereich der Behindertenhilfe mitwirken.

In den ersten vier Monaten der Tätigkeit wurden laut Dirk Furtwängler, dem Vorsitzenden, Ideen gesammelt und die Aufgaben verteilt.

Eine erste Beiratssitzung wurde schon abgehalten. Furtwängler lobt besonders die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Die erste größere Aktion war der gestrige Stadtrundgang mit Vertretern der Stadt (siehe weiteren Artikel auf dieser Seite).

Für die Zukunft gibt es viele Pläne. So soll ein regelmäßiger Stammtisch in einem behindertenfreundlichen Lokal eingerichtet werden, einen Stadtplan für Behinderte will man auflegen und für den Landesbehindertentag wird eine Präsentation vorbereitet. Als konkretes Projekt für die Stadt stehe in nächster Zeit die seniorengerechte Gestaltung des Kreisels in der Basler Straße an, den man im Moment nicht mit dem Rollator passieren könne, so Furtwängler.

Demnächst feiert die Interessengemeinschaft Miteinander, die behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammen bringen will, ihren zehnten Geburtstag.

Unsere Zeitung erinnert an die Anfänge des Vereins und den aktuellen Stand der Behindertenarbeit in Lörrach. Auch anhand der Tätigkeit des kürzlich eingerichteten Behindertenbeirats, der gestern zu einer ersten größeren Aktion eingeladen hatte: einem ungewöhnlichen Stadtrundgang mit Behinderten.

Quelle: Oberbadische Presse vom 13.10.2007

 

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Sensibilisierung im Selbstversuch

Badische Zeitung vom Dienstag, 16. Oktober 2007

Behindertenbeirat organisiert ungewöhnlichen Stadtrundgang für Verwaltung und Gemeinderat / "Das ist eine andere Perspektive"

Von unserem Redakteur Nikolaus Trenz


LÖRRACH. In puncto Behinderten freundlichkeit ist Lörrach auf einem guten Weg. Das attestierte den Vertretern der Verwaltung und des Gemeinderates Micha Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden, nach dem gemeinsamen Rundgang, den der Behindertenbeirat der Stadt organisiert hatte (wir berichteten). Dabei tat sich auch Handlungsbedarf auf.

Der ungewöhnliche Selbstversuch habe sensibilisiert, auch dafür, "dass Behinderte Schwierigkeiten haben, wo wir sie nicht sehen" , resümierte Bürgermeisterin Marion Dammann nach eineinhalb Stunden Rollstuhlfahrt über den Bahnhofplatz, mit Straßenüberquerungen, Unterführung, Fahrten über Rampen und mit dem Aufzug im Bahnhof und der Rückkehr zum Rathaus. Jürgen Nef (Straßen/Verkehr/Sicherheit), mit den Wünschen der Behinderten im Straßenverkehr konfrontiert, sagte: "Das ist eine andere Perspektive." Fachbereichsleiter und Gemeinderäte nahmen das Angebot an, diese Perspektive im Rollstuhl und unter der Dunkelbrille kennenzulernen.

"Man ist da ziemlich hilflos" , beschrieb Dionys Guggemos seine Erfahrungen als "beinah Blinder" . "Man nimmt die Geräusche intensiver wahr," ergänzte Günter Schlecht. "Es ist mühsam, man ist auf jede Hilfe angewiesen" , sagte Hans-Dieter Böhringer. Die drei Stadträte wurden in ihrem selbst gewählten Dunkel von Sehenden begleitet und eingewiesen von Michael Dietz, Mobilitätstrainer bei der Nikolauspflege (Stiftung für blinde und Sehbehinderte Menschen, Stuttgart), im Gebrauch des weißen Stockes und der Nutzung von Gegebenheiten wie Wegrändern, Bordsteinkanten oder den wechselnden Tönen der Blindenampel. Man muss als Blinder oder Sehbehinderter viel Vertrauen in seine sehenden Mitmenschen haben, dass die sich offenen Auges und Rücksicht nehmend im Straßenverkehr bewegen, ob als Fußgänger oder Autofahrer oder Radler. Auch das war eine Erfahrung dieses Versuchs mit kalkulierbarem Risiko.

Während die Drei unter der Dunkelbrille sich mit den Füßen über Treppenstufen tasteten als müssten sie rohe Eier umlaufen, sahen sich die Tester des rollstuhlfreundlichen Lörrach an manchem Randstein einem unüberwindlichen Hindernis gegenüber. Ohne zupackende Hilfe geht da nichts. Aber auch die von Radlern auf dem Bahnhofsplatz elegant passierten Rampen sind für unmotorisierte Rollstuhlfahrer schon nicht zu bewältigende Herausforderungen. "Fürchterlich anstrengend" , fand Inge Gula die Rollstuhlrunde. Und alle waren froh, dass für diesmal helfende Hände im Bedarfsfall sofort unterstützend eingriffen.

Dass gut gemeint nicht wirklich gut sein muss, machte Irena Rietz vom Rolli netzwerk und stellvertretende Vorsitzende des Behindertenbeirats am Behindertenparkplatz vor dem Rathaus deutlich. Näher können Behinderte hier gar nicht ans Rathaus heranfahren, soweit die gute Seite der Sache, aber da hier das Auto schräg steht, sind Ein- und Aussteigen überaus mühsam. Manch einer schafft es auch nicht mit dem Rutschbrett vom Auto in den Rollstuhl. Hohe Bordsteine an Behindertenparkplätzen sind ebenso hinderlich und Behindertenbeirat Heinz Bernhard wünschte, den schrägen Behindertenparkplatz an der Stadtbibliothek möglichst bald einzuebnen.

Andererseits: Inzwischen sind an mehr als einem Dutzend Fußgängerüberwegen in der Stadt und in Stetten die neuen weißen Rillenplatten neben dem abgesenkten Bordstein verlegt, eine Hilfe für Blinde und Sehbehinderte und für Rollstuhlfahrer gut passierbar.

Die Aktion war nützlich, da waren Bürgermeisterin Marion Dammann und der Vorsitzende des Behindertenbeirats, Dirk Furtwängler, einig. Er nutzte gleich die Gelegenheit zur frühzeitigen Mitsprache bei neuen Projekten, wie das dem Beirat zugedacht ist, und forderte den Verzicht auf einen Kreisel an der Schwarzwald-/Gretherstraße zugunsten der Kreuzung mit Blindenampel.

Das Beispiel zeigt: Die Abwägung der verschiedenen Interessen wird mitunter schwierig bleiben und die Lösung nicht alle froh machen. Verwaltungsmitglieder und Gemeinderäte versprachen nach diesem Selbstversuch, mehr Augenmerk auf die Bedürfnisse der Behinderten zu legen. Sie stellten aber auch, wie Dionys Guggemos fest, "man muss jeden Tag dankbar sein, wenn man gehen und sehen kann" .

 

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Wenn drei sich streiten, erblindet der Vierte

Neue Medikation für Personen mit altersabhängiger Makula Degeneration

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. weist in einer Presseerklärung vom 28.08.2007 auf unhaltbare Zustände bei der Versorgung von Augenpatienten hin.

Rudolf K. (74) sieht seine Umwelt nur noch schemenhaft, vor seinen Augen biegen sich Linien und Strukturen, die Orientierung im Alltag geht ihm verloren.

"Feuchte altersabhängige Makula-Degeneration" (AMD), so die Diagnose des Augenarztes. Rund 485.000 Betroffene leiden bundesweit an dieser Augenkrankheit (Quelle: "Der Ophtalmologe" 9/2006). Einem Teil von ihnen kann mit einem neuen Medikament geholfen werden – wenn Mediziner schnell handeln. Tun sie dies nicht, ist der Verlust der Sehkraft meist irreversibel. Jeder Tag zählt.

Am 24. Januar 2007 wurde das Arzneimittel Lucentis zugelassen, das in bestimmten Fällen eine Erblindung verhindern kann. Seitdem findet eine heftige Auseinandersetzung um die Kosten statt. Beteiligt daran sind das Pharmaunternehmen Novartis, die Krankenkassen und die Augenärzte. Erschwerend kommt hinzu, dass ein alternatives, jedoch nicht für die Anwendung am Auge zugelassenes, preiswerteres Medikament existiert. Der Streit hat dazu geführt, dass Lucentis ein halbes Jahr nach der Zulassung noch immer nicht zur Regelversorgung geworden ist.

Für die Augenpatienten ist eine äußerst unübersichtliche Situation entstanden. Je nach Augenarzt wird ihnen Lucentis, ein anderes Medikament oder gar das Abwarten empfohlen. Auch die Qualität der Verabreichung (es geht immerhin um eine Injektion in den Augapfel unter OP-Bedingungen) und die Höhe der verlangten Zuzahlung variieren erheblich.

Viele der Betroffenen (Durchschnittsalter über 70 Jahre) leben allein und sind nicht in der Lage, durch eigene Recherchen eine geeignete und qualitativ einwandfreie Therapie zu finden. "Während hier lautstark gestritten wird, erblinden in den Kulissen des Konfliktes still und leise die Betroffenen", fasst DBSV-Präsidentin Renate Reymann die Situation zusammen.

Exkurs 1: Krankheit und Therapie

AMD steht für "altersabhängige Makula-Degeneration" und ist laut WHO mit Abstand die häufigste Erblindungsursache in Deutschland ("Der Augenarzt", Dezember 2005). Bei der so genannten "feuchten AMD" (20 Prozent aller AMD-Fälle) entstehen krankhafte Gefäße unter der Makula, so nennt man die Stelle des schärfsten Sehens. Die feuchte AMD führt zu Verzerrtsehen, Verlust der Lesefähigkeit und später Erblindung. Die Krankheit schreitet wesentlich schneller voran, als die trockene AMD, bei der Behandlung ist größte Eile geboten.

Lucentis ist der deutsche Handelsname für den Wirkstoff Ranibizumab, entwickelt von Genentech, in Deutschland vertrieben von Novartis. Lucentis ist das einzige in Deutschland zugelassene Medikament, das die Sehkraft von Patienten mit feuchter AMD im Durchschnitt verbessert, wie in diversen Studien eindeutig bewiesen wurde. Die Einzeldosis kostet 1.523,26 Euro, Verabreichung zu Beginn dreimal im Vierwochenabstand, danach individuelle Behandlungsfrequenz.

Avastin ist der deutsche Handelsname für den Wirkstoff Bevacizumab, entwickelt von Genentech, in Deutschland vertrieben von Genentechs Muttergesellschaft Roche. Avastin ist seit Frühjahr 2005 zugelassen, aber nur zur Behandlung von Darmkrebs. Roche hat kein Interesse an einer Zulassungserweiterung. Avastin wurde trotzdem auch zur Behandlung der feuchten AMD eingesetzt, eine derartige zulassungsüberschreitende Anwendung nennt man "Off-Label-Use" (OLU). Laut Rechtssprechung des Bundessozialgerichts (März 2002) kann OLU nur unter der Bedingung stattfinden, dass es keine zugelassene Behandlungsalternative gibt. Das bedeutet: Seit der Zulassung von Lucentis kann Avastin nicht mehr im OLU verabreicht werden.

Avastin wird aber nach wie vor verabreicht, Grund: Der Preis von Avastin wurde seinerzeit für den hochdosierten Einsatz gegen Darmkrebs kalkuliert, für die Behandlung der feuchten AMD braucht man gerade mal einen Bruchteil der Darmkrebs-Dosis. Aus einer Darmkrebs-Dosis kann man also viele Einzeldosen für die AMD-Behandlung gewinnen, Preis pro Einzeldosis zwischen 10 und 50 Euro, die Angaben variieren.

Risiken/Haftung: Im Rahmen des Zulassungsverfahrens wurden für Lucentis Studien durchgeführt, die ermittelten Nebenwirkungen, beispielsweise Augenschmerzen, stehen im Beipackzettel. Sollten sich Langzeitfolgen herausstellen, liegt die Haftung beim Unternehmen Novartis.

Für Avastin wurden – bezogen auf das Anwendungsgebiet feuchte AMD – keine Zulassungsstudien durchgeführt, Nebenwirkungen sind demzufolge "offiziell" nicht bekannt. In einem Vertrag, den einige Krankenkassen zur Avastinverabreichung abgeschlossen haben (siehe unten), werden Augeninnendrucksteigerungen, das Fortschreiten einer bestehenden Linsentrübung etc. genannt.

Ein Arzt, der nach dem 24. Januar 2007, sprich: nach der Zulassung von Lucentis, immer noch Avastin verabreicht, trägt das volle Haftungsrisiko. Ob die Versicherung des Arztes für Schäden aufkäme, die durch eine derartige Verabreichung entstehen, ist mehr als fraglich, wahrscheinlich müsste der Ausgang eines Gerichtsverfahrens abgewartet werden.

Exkurs 2: Die Konfliktparteien

Novartis, weltweit der fünftgrößte Pharmakonzern, ist mit 30 Prozent an Roche beteiligt und steht wegen des Preises für Lucentis in der Kritik ("Kapitalismus pur!", Zitat Prof. Gerd Glaeske, Mitglied im Sachverständigenrat Gesundheitswesen, in den Tagesthemen vom 16. Mai 2007). Die Preisbildung ist nicht transparent, Novartis argumentiert mit Overhead-Kosten und Forschungskosten für Medikamente, die nicht die Marktreife erreichen. Auf den Vorwurf, die Gesamtkosten für Lucentis würden das Budget der Krankenkassen explodieren lassen (Beispielschätzung in der o.g. Tagesthemensendung: sieben Milliarden jährlich), hat der Konzern mit dem Angebot einer Deckelung der Kosten auf 315 Mio. jährlich bundesweit reagiert. Das Angebot wurde von den Kassen bisher nicht aufgegriffen.

Die Krankenkassen verhandeln mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, wie hoch die angemessene Vergütung für eine Injektion in den Augapfel ist. Die Verhandlungen finden im so genannten Bewertungsausschuss statt, dort soll eine "EBM-Ziffer" gebildet werden. ("EBM" bedeutet "Einheitlicher Bewertungsmaßstab", so heißt das Vergütungssystem für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.) Sobald eine solche EBM-Ziffer gebildet ist, bedeutet das die Regelversorgung, der Arzt kann dann direkt mit den Krankenkassen abrechnen. (Im Moment muss vor jeder Verabreichung von Lucentis die Kostenzusage der Krankenkasse abgewartet werden.)

Einzelne Krankenkassen haben Verträge über die Verabreichung von Avastin abgeschlossen, siehe unten, Novartis hat dagegen juristische Schritte eingeleitet (Antrag auf einstweilige Anordnung beim Sozialgericht Nürnberg).

Die Augenarztverbände sprechen sich in einer gemeinsamen Erklärung (in "Der Ophtalmologe" 7/2007) für Lucentis als Medikament der ersten Wahl bei der Behandlung der feuchten AMD aus.

Einige Augenärzte haben aber mit Krankenkassen Avastin-Verträge unterschrieben, die a) trotz fehlender Voraussetzungen off-label-use bedeuten, b) in der so genannten "Patientenaufklärung" Lucentis als den "weniger effektiven therapeutischen Weg" bezeichnen, c) die entsprechenden Augenärzte finanziell belohnen. (Diese Verträge vergüten die Injektion in den Augapfel mit 400 Euro, der Berufsverband der Augenärzte (BVA) hat seinen Mitgliedern vorgeschlagen, eine solche Injektion einheitlich mit 300 Euro abzurechnen, die tatsächliche EBM-Ziffer, siehe oben, wird wahrscheinlich um einiges darunter liegen.)

Der BVA beklagt die "unbefriedigende Situation der Kostenvoranschläge und Kostenzusagen" und weist darauf hin, "dass der 'bürokratische Hürdenlauf' oftmals den optimalen Behandlungszeitpunkt verzögere und so irreversible Sehverschlechterungen bei Patienten einträten". (Ophthalmologische Nachrichten vom 09.07.2007)

(Ende der Exkurse)

Die Patienten sind die eigentlichen Leidtragenden. Auf dem Weg zum Medikament der ersten Wahl müssen sie zahlreiche Hürden überwinden:

  • sie müssen selbstständig recherchieren
  • sie müssen in einer chaotischen Informationssituation unter erheblichem Zeitdruck die richtige Entscheidung treffen
  • sie müssen einen qualifizierten Arzt mit Sachkenntnis zur aktuellen AMD-Therapie finden
  • sie müssen ihre Medikamentenwahl gegenüber der Krankenkasse durchsetzen
  • sie müssen selbst auf die Qualität der Therapie achten

Da die Patienten im Durchschnitt über 70 Jahre alt sind, ist bei vielen von ihnen ein Scheitern an diesen Hürden vorprogrammiert.

Solange Vertreter der Pharmabranche, der Fachärzte für Augenheilkunde und der Krankenkassen sich nicht auf einen standardisierten Weg der Kostenübernahme einigen, erblinden unbemerkt diejenigen, die sich aufgrund ihres Alters nicht wehren können. Die optimale Versorgung der Patienten scheitert am Streit ums Geld.

Bild: Augeninjektion

Die neuen Medikamente zur Behandlung der feuchten Form der Altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) werden direkt ins Auge gespritzt
Bildnachweis: Universitätsaugenklinik Ulm (Prof. Lang)

 

"Ist das deutsche Gesundheitssystem nicht in der Lage oder einfach nicht willens, moderne Therapien im Interesse der Patienten schnell einzuführen?", fragt Renate Reymann. "Die Regelversorgung automatisiert das Verfahren und sorgt für Qualitätssicherung. Und sie ist schlicht und ergreifend überfällig."

Quelle: Die Gegenwart 10/2007

 

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Internetseite zeigt Augenpatienten den Weg zur Therapie

Pressemitteilung / 5. Juni 2007

Neue Medikamente zur Behandlung der feuchten Makula-Degeneration

Internetseite zeigt Augenpatienten den Weg zur begehrten Therapie

Anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni gibt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) praktische Hinweise für die Betroffenen der Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD). „Bestehen Sie auf kurzfristiger Untersuchung!“, heißt es beispielsweise auf der neuen Serviceseite des Verbandes http://www.dbsv.org/Makula (Link öffnet in separatem Fenster), die aber unter anderem auch verrät, wie man die Qualifikation eines Augenarztes für dieses spezielle Gebiet testen kann.

Grund für die ungewöhnlichen Ratschläge ist die Situation nach dem Markteintritt neuer Medikamente. Ein Milliardengeschäft wird erwartet, Ärzte, Krankenkassen und Pharma-Industrie verhandeln auf unabsehbare Zeit über Preise, Tarife und Konditionen. DBSV-Präsidentin Renate Reymann findet diesen Schwebezustand unerträglich: „Es kann doch wohl nicht sein, dass AMD-Patienten auf eine klare Regelung warten, während in ihrem Auge womöglich gerade ein akuter Schub stattfindet“, sagt sie. „Die Medikamente sind da, also erklären wir als Selbsthilfeorganisation den Menschen, wie sie drankommen.“

Die Serviceseite berichtet über die neuen Behandlungsmöglichkeiten, informiert über Kosten und Erstattungsmöglichkeiten – und muss leider auch viele der ca. 2 Mio. AMD-Betroffenen in Deutschland enttäuschen. Mindestens 80 Prozent von ihnen leiden nämlich an der trockenen Form der AMD. Ihnen kann keines der neuen Medikamente helfen.

 

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Hermann Glaser, * 2. Mai 1927, † 18. August 2007, beigesetzt am 23. August 2007 in Waldkirch-Kollnau (Breisgau)

Hermann Glaser wurde in Strümpfelbrunn (heute: Waldbrunn) im Odenwald geboren. Nach Krieg studierte er in Heidelberg, Köln und Düren. Als Sonderpädagoge wurde er bereits 1955 stellvertretender Schulleiter der Staatlichen Blindenschule Ilvesheim. 1971 richtete er im Auftrag des Kultusministeriums von Baden-Württemberg in Waldkirch im Breisgau die erste Heimsonderschule ausschließlich für Sehbehinderte in Deutschland ein, die er bis zu seiner Pensionierung 1989 leitete. – In seiner knapp bemessenen Freizeit widmete sich Hermann Glaser seiner großen Familie und engagierte sich darüber hinaus in der Paul-Gerhardt-Gemeinde Kollnau, vor allem im Kirchenchor.

Kinder werden nicht erst zu Persönlichkeiten – sie sind es bereits. Diese von Janusz Korczak so treffend formulierte Weisheit wird selbst von engagierten Pädagogen gelegentlich vergessen. Hermann Glaser lebte diesen Ausspruch über Jahrzehnte. – Versetzen wir uns also in die Situation eines Kindes, eines Jugendlichen in der Sehbehindertenschule Waldkirch in den 1970er und 1980er Jahren. Wenn der Direktor auftaucht, ist das vielerorts Anlass, sich dünn zu machen – Gespräche verstummen, bleierne Verlegenheit macht sich breit. – Bei uns war es umgekehrt: Hermann Glaser übte geradezu magnetische Anziehungskraft aus! Wenn er auftauchte – und das tat er oft, da er sich nicht im Büro versteckte –, dann war er sogleich von einigen Bewohnern des Hauses umringt. Spontan entstanden lebhafte Gespräche, die er meist mit seiner ruhigen, sonoren Sprechweise im gemütlichen Odenwälder Dialekt anregte. Selbst in ernsten Angelegenheiten glaubte man stets, ein leises Lachen in seiner Stimm zu hören; sie bildete gleichsam den basso continuo. Und wie die Musiker von Barockensembles (die hörte Hermann Glaser besonders gern) sich auf ihren Generalbass-Spieler stützen, so konnten wir unserem Schulleiter buchstäblich blindlings vertrauen – ebenso unsere Eltern. Wie weit dieses Vertrauen reichte, zeigt folgende kleine Begebenheit: In einer verfahrenen Situation drohte eine Erzieherin einem Schüler, den Chef zu holen. Darauf der Delinquent: „Fein, machen Sie das, der wird mich bestimmt verstehen. Mit Herrn Glaser können wir nämlich zu jeder Zeit über alles reden!“ Hermann Glaser kannte uns alle, kannte unsere großen und kleinen Sorgen, von dem ihm jede wichtig genug war, um darauf einzugehen. Wir mussten uns zum Glück nie vor dem Direktor fürchten. Als solcher angesprochen zu werden oder aufzutreten, hatte er nicht nötig. Selten habe ich ihn in Anzug und Krawatte gesehen und ihn nie laut oder hektisch reden gehört. Dafür sprach er gerne, freundlich und vernünftig mit uns. – Gelassenheit und Ruhe vermochte Hermann Glaser auf viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übertragen. Dadurch entstand – verglichen mit anderen Schulen – ein wesentlich entspannteres Klima. Auch das haben wir – bis hinein in winzige Details – deutlich gespürt. So war etwa der Dienstwechsel der Erzieherinnen stärker an unseren Lebensgewohnheiten orientiert als in anderen Internaten. Vielen von uns Heranwachsenden schenkte Hermann Glaser aber weitaus mehr als ein gewissenhafter und aufgeschlossener Schulleiter. Oft sorgte er für eine Ausbildung, die exakt auf die Bedürfnisse des einzelnen zugeschnitten war. So ersparte er zum Beispiel mir und meiner kleinen Familie viele schwere Jahre der Trennung im Grundschulalter und ermöglichte mir später den Besuch des Gymnasiums als Integrationsschüler in Waldkirch – 1975 eine Sensation. Ohne Hermann Glasers Initiative wären mir Abitur und Studium verwehrt geblieben. Ich weiß, dass derlei beherzte Entscheidungen vielen von uns zugute kamen, nicht immer leicht waren und mitunter nicht den Weisungen der Vorgesetzten folgten. Auf seine Gesundheit, die persönliche Karriere oder den Wortlaut von Paragraphen achtete Hermann Glaser dabei offenbar wenig. – Er verkörperte damit das Pauluswort Der Buchstabe tötet, der Geist aber vermag lebendig zu machen (2 Kor 3, Vers 6).

Unsere christliche Hoffnung für Hermann Glaser möchte ich in dem Wunsch ausdrücken, mit dem die katholische Liturgie die Verstorbenen entlässt: Mögen Engel dich zum Paradies geleiten! – Uns allen, die wir um Hermann Glaser nun trauern, wünsche ich einen standhaften und konkreten Glauben an die Auferstehung. Vielleicht vermag uns gerade die Erinnerung an diesen großartigen Menschen darin zu bestärken. Denn Erinnerung bedeutet nicht, die Asche anzubeten, sondern das Feuer weiterzugeben (nach Gustav Mahler).

In großer Dankbarkeit!

Markus Zimmermann M. A. March-Buchheim

 

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Macher & Märkte

Seit Hartz IV in Kraft getreten ist, sind die Jobchancen für arbeitslose Schwerbehinderte deutlich schlechter geworden. Der Grund: "Bei der Abfassung der Gesetze zur Arbeitsmarktreform haben Ministerialbeamte und Parlamentarier die Schwierigkeiten gehandikapter Menschen schlicht vergessen", klagt der Geschäftsführer des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS), Michael Richter.

Vor der Reform konnte die Bundesagentur für Arbeit (BA) Unternehmen feste, bundeseinheitliche Zusagen für Eingliederungshilfen machen, wenn diese bereit waren, Schwerbehinderte einzustellen. Seit der Reform kann die BA dies nur noch für Empfänger des Arbeitslosengeldes I tun, die schwerbehindert sind. Für alle, die Arbeitslosengeld II bekommen, entscheiden nun die Wohnortverwaltungen, ob und in welcher Höhe Eingliederungsmittel bewilligt werden.

Folge: Die Zuschüsse für Firmen, die Schwerbehinderte einstellen, variieren von Arbeitsgemeinschaft zu Arbeitsgemeinschaft. Süddeutsche gewähren deutlich niedrigere Hilfen als Arbeitsgemeinschaften in den neuen Ländern, auch wenn sich die Behinderten um den gleichen Job beispielsweise in Frankfurt bewerben.

Noch in einem anderen Punkt hat Hartz IV die Jobsuche Schwerbehinderter erschwert. In den so genannten Optionskommunen, das sind die Kreise, die die Vermittlung von Empfängern des Arbeitslosengeldes II in Eigenregie übernommen haben, darf die BA die Beschäftigung Schwerbehinderter nicht mehr mit Geldern aus der Ausgleichsabgabe fördern.

Diese Ausgleichsabgabe müssen Arbeitgeber zahlen, die die gesetzlich vorgeschriebene Schwerbehindertenquote nicht erfüllen. Sie fließt an die Integrationsämter. 30 Prozent dieser Mittel stehen der BA zur Verfügung, um beispielsweise Einarbeitungs- und Gehaltszuschüsse für Schwerbehinderte zu gewähren. Doch zahlen darf die BA das Geld nur, so schreibt es das Gesetz vor, wenn sie an der Maßnahme selbst beteiligt ist. Das aber ist sie bei den Vermittlungsbemühungen der Optionskommunen nie.

Keyvan Dahesch

 

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Gefahren auch für Blinde - Stadtbegehung in Schopfheim

Oberbadisches Volksblatt Samstag 9. September 2007

(ma). An der Bereisung der Innenstadt durch das Rollinetzwerk beteiligte sich auch Eugen Munz, Bezirksgruppenleiter des südbadischen Blinden- und Sehbehindertenvereins. Munz, der für Umwelt und Verkehr zuständig ist, bemängelte vor allem fehlende Rillen bei Zebrastreifen und fehlende Blindenampeln.

Als eine echte Gefahr stellten sich zwei Verkehrsschilder dar, die zu tief hängen. Das eine befindet sich an der Kreuzung Roggenbach- / Himmelreichstraße, das andere in der Scheffelstraße. Eigentlich gilt hier 1,90 Meter Unterkante, hieß es, doch besagte Schilder hängen tiefer, so dass sich Fußgänger an den scharfen Kanten verletzen können. Vor allem für Menschen, die schlecht oder gar nicht sehen können, stellen die Verkehrsschilder eine Gefahr dar.

Holper- und Stolperfahrt übers Pflaster

Wer mit dem Rollstuhl unterwegs ist, begibt sich in Gefahr / Mit dem Rollinetzwerk auf Achse

Schopfheim (ma). Steile Bordsteine, fehlende Übergänge, Kopfsteinpflaster, abfallende Bürgersteige - wer in Schopfheim mit einem Rolli unterwegs ist, muss sich unfreiwillig in brenzlige Situationen begeben. Das demonstrierte erstmals das Rollinetzwerk eindrucksvoll bei einer Befahrung durch die Innenstadt.

Vollgestellte und zugewachsene Gehwege, Gullydeckel mit großen Rillen: Wer hier unterwegs ist, muss sich im Zick-Zack-Kurs fortbewegen - oder kommt erst gar nicht zum Ziel. Es geht nicht um eine Handvoll Rollstuhlfahrer, erläuterte dabei Irena Rietz, Vorstandsvorsitzende des Rollinetzwerks. Auch für Eltern mit Kinderwagen und Senioren (mit Rollator) sei es schwierig, eine Straße zu überqueren, bedarf es langer, anstrengender Umwege, um zum Ziel zu kommen.

Bei der Begutachtung machten sich zahlreiche Rollstuhlfahrer und Grünen-Stadtrat Ernest Barnet auf den Weg, und schnell wurde deutlich, dass es sich nicht um einzelne neuralgische Punkte handelt, sondern um Hürden allerorten, mit denen Rollifahrer zu kämpfen haben - und auch Begleiter, die einen Menschen im Rollstuhl schieben.

Ausgangspunkt war das Sanitätshaus Lopez. Dort machte sich erstmal Enttäuschung unter den Rollifahrern breit, da die beiden Vertreter der Stadtverwaltung, die bei der Begehung dabeisein sollten, nicht erschienen.

Das Rollinetzwerk, dem mehr als 75 Mitglieder im Landkreis angehören, beschloss, das Vorhaben trotzdem durchzuziehen: Über die Straße Am Stadtgraben führte der Weg durch die Wallstraße über die Austraße bis an die relativ neue Nordumfahrung. Und selbst dort - beim neu geschaffenen Bereich mit Kreisel - hatten die Rollifahrer mit Hindernissen zu kämpfen.

Ein Bürgersteig in der Mattenleestraße, der sich plötzlich so verengt, dass die Rollstuhlfahrer auf die Straße ausweichen (bei erlaubtem Tempo 50 für Autofahrer) und sich auf dem Kreisel weiterbewegen müssen - eine klassische Gefahrensituation. Zebrastreifen fehlen, es gibt nur holprige Pflasterungen - ein Rollifahrer wäre fast umgekippt, wenn er nicht von einer Begleiterin aufgefangen worden wäre. Die Bordsteinabsätze sind beim Kreisel Nordumfahrung zwar abgeschrägt, aber für Rollifahrer viel zu steil. Es dauert lange, bis jeder Rollifahrer dieses gefährliche Hindernis bewältigt hat - alles bei vorbeirauschendem Verkehr.

Für Irena Rietz, Gründerin des Rollinetzwerks, ist genau das der Punkt: Das ist ja alles gut gemeint. Wir sagen ja auch nicht, dass die Stadt nichts macht zur Verbesserung der Situation für Rollstuhlfahrer. Aber warum fragt die Stadt nicht Betroffene, wenn sie so etwas macht?

Das Rollinetzwerk indes hat eine umfangreiche Dokumentation erstellt, in der genau aufgelistet ist, was in Schopfheim getan werden könnte. Dazu gehört auch die Schaffung von Zugängen bei Ämtern und Geschäften. Die Gesetzeslage ist laut Landesbauordnung so, dass vorhandene Gebäude nicht umgebaut werden müssen, bei Um- und Neubauten aber müssen barrierefreie Zugänge geschaffen werden, sagte Irena Rietz, die seit 2003 nach einem Unfall querschnittgelähmt ist.

Doch oft würden DIN-Norm-Empfehlungen, etwa bei Rampen, nicht eingehalten, diese fielen dann zu steil aus. Eine Problemzone stellt übrigens auch die Kreuzung Roggenbach- / Himmelreichstraße dar.

Dort müssen Rollifahrer ebenfalls Umwege in Kauf nehmen, um die Straßen zu überqueren. Auch auf dem Weg zum Bahnhof gab es, zum Beispiel auf dem Zebrastreifen in der Wehrer Straße, Probleme.

Irena Rietz wies auf ein Steinverbundsystem hin, das Rollifahrern das Unterwegssein erleichtert. Es geht nicht darum, Zugeständnisse zu machen, betont sie, sondern um Teilhabe. Eine Stadt könne es sich nicht mehr leisten, Menschen auszugrenzen, denn es gibt immer mehr Rollstuhlfahrer. Nicht nur die demografische Entwicklung gibt Irena Rietz Recht.

 

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Selbsthilfe kein Selbstläufer

DAKfördert Organisationen mit 12.500 Euro

Gesundheitsbezogene Selbsthilfe in den Selbsthilfeorganisationen gehört zu den traditionellen Bewältigungsformen von Krankheiten und Behinderung und bilden neben der ambulanten ärztlichen Behandlung, stationären Krankenhausbehandlung, Rehabilitationsmaßnahmen die vierte Säule im deutschen Gesundheitswesen. In Deutschland haben sich etwa 3 Millionen Menschen in rund 70 000 Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen.

Die DAK unterstützt seit Jahren die Aktivitäten der Selbsthilfe im gesundheitsbezogenen Bereich. In diesem Zusammenhang überreicht Sigmar Burgert, Geschäftsführer der DAK Freiburg einen Scheck über 11.000 Euro an Horst Ganter, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e. V. Einen Scheck über 1.000 Euro erhält Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden e. V. Für den Kreuzbund e. V. in Freiburg nimmt der Vorsitzende Helmut Wienecke einen Scheck über 500 Euro entgegen. Die Mittel der DAK werden für gezielte Projekte und für die Öffentlichkeitsarbeit verwendet.

Mit der finanziellen Förderung der Selbsthilfe trägt die DAK dem gestiegenen Stellenwert der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe Rechnung und leistet einen erheblichen Beitrag zu ihrer Stärkung und Planungssicherheit.

 

Bild: Scheckübergabe

Das Bild zeigt den Geschäftsführer der DAK Herrn Burgert (links) und Herrn Knebel (rechts) während der Scheck übergeben wird.

 

Freiburg, 28.08.2007

 

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Aus unserer Arbeit

Ein Blinder zu Besuch in Religion / Spannender Besuch

 

Bild: Referat vor einer Schulklasse

Das Bild zeigt einige Schüler und Lehrer in einem, sich an die Veranstaltung anschließenden Gespräch

 

An einem Mittwoch erwarteten wir einen besonderen Besuch in einer Religionsstunde: Herr Knebel kam mit seiner Begleiterin. Herr Knebel ist seit seiner Geburt blind, da er einige Wochen zu früh geboren wurde. Er erzählte uns über sein Leben und wir durften ihm Fragen stellen. Er brachte uns viele verschiedene Sachen mit, die ihm sein Leben erleichtern. So zeigte er uns sprechende Uhren, da er die Uhrzeit ja nicht sehen kann, eine Schablone zum Erkennen von Geldstücken und Geldscheinen, einen sprechenden Taschenrechner und vieles mehr.

Am wichtigsten war die Blindenschrift, die wir auch selbst ausprobieren durften, was gar nicht einfach war. Herr Knebel hat uns die Blindenschrift so schnell vorgelesen, wie ein Sehender lesen kann. Wir waren sehr beeindruckt. Beim Einkaufen muss Herr Knebel immer einen Begleiter dabei haben, da der Blinde beim Kleiderkauf auf das Urteil der Sehenden angewiesen ist. Er kann sich nichts selbst aussuchen.

Herr Knebel wohnt alleine in seiner eigenen Wohnung. Er empfindet seine Blindheit als nicht so schlimm, da er noch nie sehen konnte und sich Farben und manche Gegenstände nicht vorstellen kann. Dafür kann er sehr gut hören und fühlen.

Jemand fragte: „Was ist ihr größter Wunsch?" „Das weiß ich nicht genau, eigentlich habe ich alles." „Wollen Sie nicht sehen können?" fragte ein anderer. „Es wäre sicher probeweise ganz interessant, sehen zu können, aber nach ein paar Tagen würde ich lieber wieder zur Blindheit wechseln.". Alle wunderten sich.

Der Besuch war für uns sehr lehrreich. Vor allem lernten wir, dass blinde Menschen kein Mitleid wollen, sondern wie sehende Menschen ganz normal behandelt werden wollen.

V - Vanessa Wißler, Julia Hartmann, Max Wiesler Klasse 6a
Kreisgymnasium Hochschwarzwald

 

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Ehrenamtliches Engagement verdient Förderung

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

07.07.2007

"REGIERUNGonline" - Wissen aus erster Hand

Zivilgesellschaft

Ehrenamtliches Engagement verdient Förderung


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Zukünftig können alle, die sich nebenberuflich im mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Bereich engagieren, einen Steuerfreibetrag von 500 Euro jährlich beanspruchen. Einzige Bedingung: Sie dürfen nicht bereits von anderen Regelungen profitieren.

Der Deutsche Bundestag beschloss heute das "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements". Die Bundesregierung hatte das Gesetz im Februar ins parlamentarische Verfahren gegeben.

Ehrenamtliches Engagement wird nicht nur finanziell stärker unterstützt. Das Spendenrecht wird insgesamt einfacher, übersichtlicher und praktikabler. So wird die gemeinnützige Arbeit erleichtert und die Spendenbereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern unterstützt.

Im September wird das Gesetz im Bundesrat abschließend beraten. Stimmt er zu, wird es rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft treten. Steuerpflichtige können dann wählen, ob sie für das Steuer-Veranlagungsjahr 2007 noch das alte oder bereits das neue Recht in Anspruch nehmen.

Hilfen für Helfende - einige Beispiele

Neuer Steuerfreibetrag von 500 Euro für ehrenamtliche Nebeneinkünfte bei gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Organisationen. Mit dieser Aufwandspauschale werden die Kosten abgegolten, die den ehrenamtlich Tätigen durch ihre Beschäftigung entstehen. Wer die Aufwandspauschale in Anspruch nimmt, kann allerdings nicht zusätzlich noch Aufwandsentschädigungen aus öffentlichen Kassen bekommen, auch nicht den Übungsleiterfreibetrag .

Der Übungsleiterfreibetrag wird von 1848 Euro auf 2100 Euro im Kalenderjahr angehoben.

Für Spenden bis zu 200 Euro reicht künftig ein einfacher Bareinzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung als Nachweis aus. Die Höchstgrenzen für den Spendenabzug werden angehoben und vereinheitlicht: Von bisher fünf Prozent (oder 10 Prozent) auf einheitlich 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte.

Der Höchstbetrag für die Ausstattung von Stiftungen mit Kapital (Vermögensstockspenden) werden von 307.000 Euro auf eine Million Euro angehoben. Dies gilt dann nicht mehr nur im Gründungsjahr, sondern generell.

Die Besteuerungsgrenze für wirtschaftliche Betätigungen von gemeinnützigen Körperschaften wird von jeweils 30.678 Euro auf 35.000 Euro angehoben. Das gilt auch für die so genannte Zweckbetriebsgrenze bei sportlichen Veranstaltungen. So besteht beispielsweise keine Steuerpflicht für eine Vereinsgaststätte, wenn die jährlichen Einnahmen unter diesem Betrag bleiben.

Über 23 Millionen Menschen haben in Deutschland ein Ehrenamt. Das ist fast jeder Dritte über 14 Jahre. Sie setzen sich auf vilfältige und kreative Weise für andere Menschen ein. Zum Beispiel als Helfer im Kindergarten, in der Schule oder im Altenheim, bei der freiwilligen Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz oder dem technischen Hilfeswerk. Auch Gründer einer Stiftung und Trainer im Sportverein oder im großen Bereich der Kultur sind oft ehrenamtlich tätig.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung E-Mail: InternetPost@bundesregierung.de Internet: http://www.bundesregierung.de/

Dorotheenstr. 84
D-10117 Berlin
Telefon: 01888 / 272 - 0

 

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Behinderte haben einen Beauftragten

Beirat wählt Dirk Furtwängler

LÖRRACH (ktz). Dirk Furtwängler (33) ist der erste Behindertenbeauftragte der Stadt Lörrach. Der Behindertenbeirat wählte den blinden Innocel-Mitarbeiter gestern Abend in seiner konstituierenden Sitzung.

Neben Furtwängler wurden der körperbehinderte Speditionskaufmann Heinz Bernhard und Irena Rietz, Vorsitzende des Rollinetzwerks, in den Vorstand des Beirates gewählt. Wer den Gemeinderat vertritt, ist noch offen, da außer Margarete Kurfess (Grüne) kein Ratsmitglied an der Sitzung anwesend war.

Die beiden Wahlen standen im Mittelpunkt der vom Behindertenkoordinator der Stadtverwaltung, Jan Wenner (Fachbereich Bürgerdienste), geleiteten Zusammenkunft. Er wies zuvor auf die Bedeutung des Amtes des Behindertenbeauftragten hin. Dieser vertritt die Behinderten gegenüber der Stadt und der Öffentlichkeit, soll Stellungnahmen zu Projekten und Bebauungsplänen abgeben. Dirk Furtwängler bat nach einer Wahl um tatkräftige Unterstützung des Vorstandes wie des übrigen Beirates.

Dieser wird nach den Sommerferien über erste Initiativen beraten. Es sei wenig Zeit bis zu den Haushaltsplanberatungen, sagte Bürgermeisterin Dammann beim Empfang für den Behindertenbeirat nach der Sitzung. Sie dankte den Mitgliedern für ihr Engagement.

KOMMENTAR:
Schon als Zeichen wichtig

Behindertenbeirat

Es gibt genügend Gremien, denen man nachsagt, sie seien reine Debattierclubs. Vielleicht werden Kritiker den neuen Behindertenbeirat auch bald in diese Schublade stecken. Natürlich hat die gestern erstmals zusammengetretene Vertretung von Menschen mit Handicap keinerlei gesetzlich festgelegte Kompetenz. Natürlich binden die Beschlüsse des Behindertenbeirats weder den Gemeinderat noch die Verwaltung. Und auch der neue Behindertenbeauftragte wird nichts aus eigener Kraft durchsetzen können. Dennoch ist die Bildung eines Behindertenbeirats keineswegs nutzlos. Sein Zustandekommen aus einer Anregung der Lokalen Agenda und der Aufwand, den die Verwaltung bei den Vorarbeiten betrieben hat, gibt das klare Signal, dass der Stadt Randgruppen wichtig sind. Der Behindertenbeirat wird künftig Adressat, Ansprechpartner und Repräsentant für viele Belange sein. Damit hätte er seine Hauptaufgabe schon erfüllt. Wenn er zusätzlich noch eigene Initiativen entwickeln kann, wäre es mehr, als zu erwarten ist. Denn wichtiger als seine institutionelle Bedeutung ist seine symbolhafte Wirkung.

 

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Bilder zu unserem diesjährigen "Tag der Offenen Tür"

Als kleine Nachlese finden Sie hier eine kleine Bildergalerie zu unserem diesjährigen Tag der Offenen Tür. Dieser fand statt am 12.06.2007.

Wir konnten rund 180 Besucherinnen und Besucher zählen. Unter den Besuchern waren sowohl unsere Mitglieder, als auch sonstig interessierte blinde und sehbehinderte Menschen.

Weiterhin besuchten uns Vertreter von Arbeitsagenturen, Krankenkassen, sowie Vertreter der öffentlichen Kommunen. Augenärzte, Augenoptiker sowie eine Delegation der Universitätsaugenklinik Freiburg besuchten uns ebenfalls und verschafften sich bei den 10 anwesenden Herstellern einen Überblick über die derzeitigen technischen Angebote des Hilfsmittelmarktes. Neben den technischen Angeboten haben wir uns besonders darüber gefreut, dass wir wieder Hilfsmittel für den Alltag vorführen durften.

Weitere Informationen über verschiedene Hilfsmittel sowie über die einzelnen Begriffe finden Sie auf unserer Hilfsmittelseite.
Bild Herr Armbruster Bild: Herr Dietz und Frau Eck
Das Foto zeigt unseren Low-Vision-Optiker Herrn Armbruster. Das Bild zeigt eine Besucherin im Gespräch mit einem Trainer für Orientierung und Mobilität - Herrn Dietz

 

Bild Herr Dietz und Frau Führer Bild: Frau Führer
Das Foto zeigt den Mobilitätstrainer der Stiftung Nikolauspflege - Herrn Dietz und eine Vertreterin der Firma Progen Biotech. Das Foto zeigt die Mitarbeiterin der Firma Progen Biotech.

 

Weitere Bilder von Besuchern und Firmen mit deren Ständen

 

 

 

 

 

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5 Jahre Zeitung zum Hören

Die ehrenamtlichen Vorleserinnen der "Zeitung zum Hören" feierten am Mittwoch auf Einladung des Blinden- und Sehbehindertenverein bei Schäufele und Kartoffelsalat in Offenburg ein kleines Jubiläum:

Seit fünf Jahren gibt es dieses Angebot für Blinde und Sehbehinderte in der Ortenau. "Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Projekt über einen längeren Zeitraum zu machen ist", lobt Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins, im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse das ungewöhnliche Engagement dieses Teams.

MP: Herr Knebel, seit fünf Jahren gibt es in der Ortenau die »Zeitung zum Hören«. Wie sieht Ihre Bilanz aus?

Mischa Knebel: Ich freue mich, dass das Projekt so lange erfolgreich läuft. Wir haben im Ortenaukreis derzeit 55 Abonnenten, die die Zeitungsartikel auf Band wöchentlich beziehen. Das ist in erster Linie den 29 ehrenamtlichen Vorleserinnen zu verdanken, die so motiviert dabei sind – fast die Hälfte von ihnen bereits von Anfang an. Eine Rolle spielt auch, dass die Mittelbadische Presse diese Hörzeitung als Teil ihres Angebots sieht und mit Veröffentlichungen immer wieder für das Projekt wirbt. Ich hatte am Anfang nicht gedacht, dass so etwas angesichts der aufwändigen Logistik mit sechs verschiedenen Ausgaben über einen längeren Zeitraum zu machen ist.

MP: Was leistet die Zeitung zum Hören, was andere Medien nicht leisten?

Knebel: Das Angebot füllt für Blinde und Sehbehinderte die Lücke zwischen überregionalen Informationen, die über Radio und Fernsehen erhältlich sind, und lokalen Nachrichten, die hauptsächlich über Regionalzeitungen verbreitet werden und somit für Blinde nicht verfügbar sind.

MP: Kennen Sie weitere Projekte dieser Art?

Knebel: Wir haben in Freiburg auch eine solche Hörzeitung, die der Blinden- und Sehbehindertenverein in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Vorleserinnen anbietet. In Ulm gibt es ebenfalls die Lokalzeitung auf Kassette. Dort sprechen Gefangene der Justizvollzugsanstalt die Artikel auf Band. Und im Saarland verschickt die Aktion »Tonbandzeitung für Blinde« Auszüge aus großen Zeitschriften auf Kassette.

MP: Als Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins beraten Sie nicht nur Mitglieder, sondern vertreten auch die Interessen von Menschen mit Sehbehinderungen nach außen. Welche Themen beschäftigen Sie gerade besonders?

Knebel: Wir verfolgen aufmerksam die Umstrukturierung in der Sozialgesetzgebung, damit die Errungenschaften, die es für Blinde und Sehbehinderte gibt, bestehen bleiben. Dazu gehört beispielsweise die Befreiung von GEZ-Gebühren. Bei der Deutschen Bahn wird derzeit überlegt, die Ansagen auf Bahnsteigen einzuschränken, um Personal zu sparen. Stattdessen sollen dort Infosäulen aufgestellt werden. Das würde das Zugfahren für Blinde erschweren. Doch positive Entwicklungen gibt es auch: Bisher konnten Blinde, die ohne Begleitung Schwimmbäder besuchen wollten, abgewiesen werden. »Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist nachgewiesen«, stand da im Ausweis. Jetzt ist das anders: »Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson ist nachgewiesen«, lautet die Formulierung jetzt. Das heißt, eine Begleitung darf mitkommen, muss aber nicht.

MP: In welchen Berufen haben Blinde Chancen?

Knebel: Durch Computer mit Sprach- oder Blindenschrift-Ausgabe können Blinde jetzt leichter in Büros arbeiten. In klassischen Berufen wie Masseur oder Physiotherapeut ist es seit der Gesundheitsreform schwer geworden. Auch Telefonistinnen sind seltener, weil viele Firmen Durchwahl-Systeme haben. Und die Korb- und Bürstenmacher haben Konkurrenz aus Fernost. Man muss deswegen versuchen, für Einzelne Nischen zu finden. So gibt es in Freiburg eine Dame, die in Frankfurt eine Ausbildung als Mediendokumentarin gemacht hat. Sie arbeitet jetzt beim SWR. Sie stoppt mit ihrer sprechenden Uhr die Beiträge ab, beschriftet sie und ordnet sie dann ins Archiv ein.

MP: Computer mit Sprachausgabe, Internet, Radio – wird die »Zeitung zum Hören« überflüssig?

Knebel: Sie bekommt sicherlich Konkurrenz durchs Internet. Denn mit sprechenden Computern sind auch Online-Ausgaben von Zeitungen für Blinde leicht zugänglich. Doch da stellt sich die gleiche Frage wie für Sehende: Soll die Zeitungslektüre am Computer stattfinden oder lieber am Frühstückstisch? Überflüssig wird die Hörzeitung also nicht, aber sie bekommt neue Begleiter.

Quelle: Mittelbadische Presse vom 26.01.2007

Weitere Informationen zum Bezug von Zeitschriften zum Hören finden Sie auf unserer Seite der sprechenden Tageszeitungen.

 

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Eingeschränkte Unabhängigkeit

Quelle: Badische Zeitung - Freiburg-Stadt, 16.11.2006

Rentner, die im Alter erblinden oder sehbehindert werden, haben ein Problem! Ihre Krankenkasse bezahlt ihnen nur einen Kurs, indem sie erlernen, wie sie ihren Blindenstock benutzen. Alle anderen lebenspraktischen Fähigkeiten wie Kleider anziehen, kochen, den Herd bedienen oder die Uhr stellen, müssen sie sich selbst beibringen oder Kurse aus eigener Tasche bezahlen. Obwohl der Gesetzgeber im neunten Sozialgesetzbuch, die Krankenkasse verpflichtet hat, die Kosten für Kurse, die lebenspraktische Fähigkeiten vermitteln, zu übernehmen, sieht die Praxis anders aus, wie Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden e.V. (BSVSB), bestätigt.

Der Verein bietet seit kurzem Kurse an, die älteren sehbehinderten Menschen alles vermittelt, um unabhängig und selbstständig in ihrer Wohnung leben zu können und nicht in ein Blindenheim gehen zu müssen.

Auch Siegfried K. stand vor diesem Dilemma. Nach einer Krankheit wurde er im Rentenalter blind. Nachdem er, den von der Krankenkasse bezahlten Kurs: „Orientierung und Mobilität“ absolvierte, konnte er lediglich den Blindenstock benutzen. Ein selbständiges Leben war außerhalb seiner Möglichkeiten. Er konnte weder selbst kochen noch wusste er wie man sich anzieht oder das Telefon benutzt. Das neue Angebot: „Lebenspraktische Fähigkeiten für ältere sehbehinderte Menschen“ des BSVSB ist seine Rettung. Es besitzt mehrere Lernmodule. Eines dieser Module ist die Bedienung des Telefons. „Wir zeigen unseren Klienten, wie sie sich bei jedem Telefon mit kleinen Hilfen orientieren können“, erklärt Knebel. Zum einen besitzt jedes Telefon einen kleinen Knopf auf der Fünf zum anderen kann ein weiterer auf der Nulltaste aufgeklebt werden, um die Orientierung zu erleichtern.

Weitere Angebote, die der BSVSB anbietet, sind das Bedienen des eigenen Herds und der Waschmaschine sowie das Ankleiden. Sowohl beim Bedienen des eigenen Herds sowie der Waschmaschine kommen kleine Markierungen zum Einsatz. Meistens kennzeichnet man die Gradeinheiten 180 und 220 sowie bei der Waschmaschine 30, 40, und 60 Grad. „Wir bringen unseren Kursteilnehmern auch bei, wie sie kochen können. Zum Beispiel geben wir den Ratschlag, daß sich sehbehinderte zum Drehen von Fleisch eine Grillzange zulegen sollten sowie eine extra für ihre Bedürfnisse angefertigte Uhr, die alle dreißig Sekunden die Zeit angibt und die letzten zwanzig Sekunden jede Sekunde herunterzählt“, erzählt Knebel.

Auch beim Aussuchen von Kleidern gibt es Tricks. Zum einen gibt es Geräte, die via Scanner sagen, welche Farbe das Kleidungsstück besitzt, diese sind aber kostenintensiv (800 Euro). Alternativ können sich Sehbehinderte auf der Innenseite ihrer Kleider kleine Symbole einsticken lassen oder verschiedene Knöpfe für Kleiderkombinationen benutzen, um diese zu erkennen. Auch das Problem von ungleichen Socken kann mit einer Sortierungsklammer gelöst werden.

Durch das Programm des BSVSB können Sehbehinderte ihre Unabhängigkeit bewahren und alleine leben. „Sehbehinderte sind zwar eingeschränkt, doch können sie durch Training sowie Tricks ihre Selbstständigkeit bewahren und ein erfülltes Leben abseits des Blindenheims führen“, so Knebel.

Die Kursangebote kosten zwischen 30 und 50 Euro. Interessenten können sich unter www.bsv-suedbaden.org oder telefonisch unter 0761-36122 über das Angebot informieren.

 

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Kleiner Spalt wird zum unüberwindbaren Hindernis

Quelle: Badische Zeitung vom Donnerstag, 2. November 2006

Eine Gruppe Blinder und Gehbehinderter nahm die Regio-S-Bahn unter die Lupe und sammelte Verbesserungsvorschläge

LÖRRACH (kbl). Für viele Behinderte ist der Alltag ein Hürdenlauf. Dinge, die für die meisten selbstverständlich sind, werden für sie zu unüberwindbaren Hindernissen. Blinde und Gehbehinderte machten dieser Tage einen Selbstversuch: Wie schwierig ist es, mit der Regio-S-Bahn von Lörrach nach Zell zu fahren? Welche Tücken lauern und ist es ohne fremde Hilfe überhaupt möglich?

Treffpunkt der beiden Gruppen um Eugen Munz, Bezirksgruppenleiter des Südbadischen Blinden- und Sehbehinderten Vereins Freiburg und Irena Rietz, Vorsitzende des Rollinetzwerks war das Arbeitsamt. Die erste kritische Stelle, der Fußgängerübergang zur Unterführung, ist mit einer Blindenampel ausgestattet und deshalb kein Hindernis für die Sehbehinderten. Auf dem Weg zur Unterführung kann man sich an einem Metallgeländer orientieren. In der Unterführung sollen geriffelte Pflastersteine den Aufgang zum Bahnsteig anzeigen. Mit ihrem speziellen Stöcken können die Blinden die Richtung der Riffeln erfühlen. Leider ist die Richtung zum Gleis 2 falsch und die Sehbehinderten laufen am Aufgang vorbei. Wilfried Klindt, Mitarbeiter des Bahnhofsmanagements, ist bei der Begehung dabei und notiert die Mängel.

Die drei Rollstuhlfahrerinnen kommen problemlos zum Bahnsteig, der Aufzug funktioniert. Als die S-Bahn einfährt wird es chaotisch, viele bemerken die Behinderten nicht und nehmen deshalb auch keine Rücksicht. Zwischen drängelnden Kindern und hektischen Erwachsenen steigt die kleine Gruppe ein. Für Rollstühle und Kinderwagen gibt es zwar eine kleine ausfahrbare Rampe, die die Kluft zwischen S-Bahn und Bahnsteig überwindet, der Fahrer hat sie jedoch nicht aktiviert und die Rollstuhlfahrerinnen stehen hilflos da. Alleine ist dieser Spalt nicht zu überwinden. Nach längerem Suchen stellen die gehbehinderten Frauen auf der Rückfahrt fest, dass es einen speziellen Wagen gibt, immer am Ende des Zuges, der speziell für Behinderte ist. Die Rampe wird hier automatisch ausgefahren, es gibt im Waggon genügend Platz für die Rollstühle und sogar ein behindertenfreundliches Klo. "Letzteres gibt es am Lörracher Bahnhof, allerdings nicht für Rollifahrerer" , kritisiert Irena Rietz.

Für die Blinden wird schon allein das Einsteigen ist die S-Bahn schwierig, weil sie nicht wissen, wo sich der Knopf, der die Tür öffnet, befindet und die Ansage der Haltestellen in der Bahn ist so leise, dass sie im Gemurmel der Fahrgäste fast untergeht. "Es wird nicht gesagt, auf welcher Seite sich der Ausstieg befindet" , erklärt Egon Munz. "Das macht die Orientierung wesentlich schwerer."

 

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"Daran könnte ich mich gewöhnen" - Blinde Menschen konnten mit Fahrlehrern selbst einmal ein Auto steuern oder im Beiwagen eines Motorrads mitfahren

Hier gibt es den Originalartikel als *.pdf-Datei zum Download. Rechte Maustaste drücken und "Ziel speichern unter" wählen.

Eschbach-Bremgarten:
"Am Steuer eines Autos zu sitzen, ist ein traumhaftes Gefühl", sagt Anita Träris, die seit 26 Jahren blind ist. Zum "Sensomobil"-Tag im Gewerbepark Breisgau kamen blinde Menschen aus ganz Baden-Württemberg in mehreren Bussen.

Was es bundesweit sonst nur noch in Berlin gibt, fand zum dritten Mal im Gewerbepark Breisgau statt: Unter der Schirmherrschaft von Landrat Jochen Glaeser, der Federführung von Mercedes-Benz Freiburg, dem Fahrlehrerverband Baden-Württemberg, dem Kreisverein Freiburg und der Fahrschule Briege, waren 25 Fahrlehrer mit ihren Autos und Motorrädern ganztags ehrenamtlich im Einsatz. Blinde und Sehbehinderte durften auf dem Fahrersitz ein Auto steuern und als Sozi oder im Beiwagen Motorrad fahren. „Ich bin total begeistert”, schwärmte die 27-jährige Nicole Schifferdecker nach ihrer ersten Autofahrt. Auch aus Freiburg angereist, war Vivian Hösch (15 Jahre), die „frei und sicher” das Lenkrad neben dem Fahrlehrer steuern durfte. Der 67-jährige Alfons Sprich aus Wieden erklärte, er sei seit seiner Geburt „staatlich anerkannter Blindgänger” und freue sich, ausnahmsweise nicht auf den „Schleudersitz” neben seiner Frau Regina angewiesen zu sein. Viktoria Tiseli (41 Jahre aus Freiburg) meinte nach der Motorradfahrt: „Daran könnte ich mich gewöhnen” und stieg auch gerne auf den Oldtimer-Traktor mit Thomas Auweder, dem Vorsitzenden der Traktorenfreunde Markgräflerland. Vor 36 Jahren hatte ihre Sehkraft ganz schleichend nachgelassen, seit 26 Jahren ist sie blind. Ihr Mann Wolfgang habe immer gesagt: "Du schaffst das", sagt die heute 60-jährige Anita Träris aus Britzingen, die ihren Haushalt ohne Hilfe führt. Sie hat beim Sensomobil- Tag nicht nur das eigenhändige Fahren genossen, sondern auch die Fahrzeuge der Feuerwehr, Polizei und vom ADAC ertastet und war außerdem begeistert vom "Erste-Hilfe-Kurs", den das DRK angeboten hat. Enthusiastisch schwang sich die 82-jährige Edith Salzwedel aus Müllheim in den Beiwagen eines Motorrades: "Ich liebe Motorradfahren. Man fühlt sich so frei wie der Wind."

 

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Erste-Hilfe-Kurs am 27. Mai 2006 war wieder ein voller Erfolg

Bereits zum zweiten male führte der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. in Zusammenarbeit mit dem Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes in Bad Krozingen einen Erste-Hilfe-Kurs für blinde und sehbehinderte Personen durch.

Wie die Fotos belegen, war der Kurs wiederum ein voller Erfolg.

 

 

Bild: Atmungsprüfung Bild: Herzdruckmassage
Bild: Erklärung eines Feuerwehrwagens Bild: Erklärung eines Krankenwagens

2. DRK-Kurs in Bad Krozingen

Am 27.05.2006 trafen sich Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. Wie im letzten Jahr in der Rettungswache in Bad Krozingen. Dort erwartete uns Herr Weinert und sein Kollege Herr Phillipp.

Wir haben Dinge wie Wiederbelebung und stabile Seitenlage wiederholt. Schon da merkten wir, wie wichtig es ist, dass man einen Rotkreuzkurs wiederholen sollte.

Uns wurde auch gezeigt, wie man bei einem verletzten Motorradfahrer den Sturzhelm abnimmt und ihn dann in die stabile Seitenlage bringt. Wichtig ist dabei, dass man zu zweit ist.

Weiterhin lernten wir, wie man einen Druckverband anlegt und was vor allem auch wichtig ist - wann legt man so einen Druckverband an. Tja wann macht man das? Könnt ihr mir die Antwort geben? Die Antwort lautet: Bei einer stark blutenden Wunde, dass bedeutet, wenn es nicht mehr aufhört zu bluten.

Besprochen wurde auch, was ist zu tun bei Brandverletzungen - mit lauwarmen Wasser kühlen und danach mit einem keimfreien Tuch Bedecken und warm halten Bei Vergiftungen - nichts essen und trinken, sofort Notruf absetzen

Natürlich haben wir auch Fragen gestellt. Wie z.B., was tun bei einem Epileptischen Anfall. Oder wie bekommt man eine schwergewichtige Person in die stabile Seitenlage.

Was für uns auch sehr interessant war, wir konnten einen Rettungshubschrauber besichtigen und auch miterleben, wie er wieder startete. Dies war eine spontane Reaktion von Herrn Weinert als er hörte, wie ein Hubschrauber beim Herzzentrum landete.

Für uns war auch dieser Kurs ein weiterer Beweis, wie wichtig die Erste Hilfe ist. Egal ob es sich um Herzinfarkt, Schlaganfall oder Verbrennungen und Verletzungen im Haushalt handelt.

Der Ersthelfer kann LEBEN retten.

Vor allem hat uns der Kurs gezeigt, dass Blinde und Sehbehinderte im Notfall helfen können.
Ich kann jedem nur ans Herz legen, so einen Kurs mit zu machen.

Cornelia Isenmann

 

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Weihnachtsfeier in der Bezirksgruppe "Mittelbaden"

Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe

Bei der Weihnachtsfeier der Bezirksgruppe Mittelbaden des Blinden- und Sehbehindertenvereins (BSV) Südbaden erfreuten sich 49 Mitglieder und deren Begleitpersonen am geselligen Beisammensein. „S`Chörle“ aus Haueneberstein, das von Wilmar Koch geleitet wurde, bereicherte die Feier durch musikalische Einlagen.

Der Bezirksgruppenleiter Hans Kühn dankte in seiner Begrüßung dem Vertreter der Stadt Baden-Baden, Bürgermeister Klaus Michael Rückert, für die Unterstützung und Bereitschaft, die Bezirksgruppe Mittelbaden in der Planung für das neue Amt für Familien, Jugend und Soziales einzubinden.

Nach Ansicht von Rückert solle der BSV vor allem in zwei Bereichen mitwirken. „Zum einen bei der Interessenvertretung und –formulierung und zum anderen beim Anbieten von Veranstaltungen wie der heutigen“, sagt der Bürgermeister.

Kühn bot dem Vertreter des Landratsamtes Rastatt, Kassenleiter Roland Gerber, an, dass sich seine Bezirksgruppe ebenfalls bei den Planungen für den Neubau des Landratsamtes Rastatt einbringe, um mögliche Probleme im Vorfeld zu klären.

Gerber nahm Kühns Angebot an und überreichte im Namen der Hans-Calwer-Blindenstiftung einen Scheck. „Für uns ist es eine Ehre, diesen guten Zweck zu unterstützen“, betonte Gerber.

Der Vorsitzende des BSV Südbaden, Gerd Schäfers, formulierte in seinem Grußwort das Ziel, die Barrieren in den Köpfen der Menschen sollten verschwinden. „Alle Beteiligten sollen mitwirken, damit Hilfe zur Selbsthilfe gelebt wird“, sagte Schäfers.

Die beiden Vertreter der Stadt Baden-Baden und des Landratsamtes Rastatt erhielten von Hans Kühn Korbwaren überreicht, die von dem 87 Jahre alten Mitglied Albert Bertsch gefertigt wurden.

Zum Abschluss der Weihnachtsfeier beleuchtete Emil Matzkuhn, 92-jähriges BSV-Mitglied aus Baden-Baden, mit seinem Gedicht „Weihnachten steht vor der Tür“ satirisch die Weihnachtszeit.

Quelle: Badisches Tagblatt vom 06.12.2005

 

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Blindenverein steigert Mitgliederzahlen

Vorsitzender der Bezirksgruppe lobt verkehrstechnische Entwicklung in der Kurstadt

Baden-Baden
„Die Wahl ist unter der Rubrik ,nicht vielsagend, abzuheften“, fasste der Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbadens, Gerd Schäfers, seine Eindrücke zusammen. Klare Aussagen habe er vermisst, berichtete er bei der Frühjahrsversammlung der Bezirksgruppe Mittelbaden. „Die Großen fassten sich mit Samthandschuhen an und haben sich lieb gestreichelt“.

Bahnbrechende Änderungen bezüglich der in den Fokus geratenden Blindenhilfe sieht er nicht. Dass diese weiterhin in der bisherigen Form gewährt wird, dafür werde er, wie er ankündigte, auch in Zukunft Klinken putzen gehen müssen. Als sehr angenehm bezeichnete er ein vor wenigen Tagen mit dem Präsident des Deutschen Städtetages, Ivo Gönner, geführtes Gespräch. Zwar habe sich sein Gegenüber sehr interessiert gezeigt und sei überrascht gewesen, dass es im Land nicht nur knapp 12.000 Blindengeldbezieher gebe. Hinzu kämen noch rund 40.000 Sehbehinderte mit minimalem Restsehvermögen.

Die Reaktion Gönners bewertete Schäfers allerdings als „eher schwammig“, wie er der Versammlung erklärte. „Er erwarte nicht, dass die Blindenhilfe in den nächsten fünf Jahren abgeschafft werde, hat er mich wissen lassen.“

Um Unterstützung bei der Auswertung von Hörbuchmaterial bat Schäfers nach wie vor. Von der inzwischen geschlossenen Stuttgarter Blinden-Hörbücherei habe der Verein einen Teil des Bestandes übernommen. Dieser wurde allerdings weitestgehend unsortiert in Kisten überlassen, so dass noch immer Helfer gesucht würden, die Lust haben, das Material zu bewerten. Interessenten können sich beim Verein anmelden.

Einen kleinen Überblick über die statistische Entwicklung der Bezirksgruppe Mittelbaden gab der Vorsitzende Hans Kühn.

Von 98 auf 101 konnten im vergangenen Jahr die Mitgliederzahlen erhöht werden. Außerdem war im Jahr 2005 eine breite Palette an gemeinsamen Veranstaltungen angeboten worden, die sich von der Besichtigung der neuen Tribüne in Iffezheim über Ausflüge bis hin zu gemeinsamen Wanderungen erstreckte. Auch für die kommenden Wochen hat Kühn Veranstaltungen geplant.

Am 22. April steht eine Weinprobe in der Winzergenossenschaft Varnhalt an, die zuerst durch den Weinberg und im Anschluss in den Keller führen sollen. „Wir lassen und vorher erklären, was wir hinterher trinken dürfen“, sagte der Vorsitzende.

Am 24. Juni steht die nächste Versammlung in Gaggenau an. Die Stadt gebühre wie Baden-Baden großer Dank, da sie den Blindenverein traditionell unterstütze, in dem sie derartige Veranstaltungen ermögliche. Besonders betonte Kühn, dass die verkehrstechnischen Entwicklungen in der Kurstadt sehr löblich seien.

Mit einer Vielzahl von Maßnahmen habe man den Anliegen der Blinden und Sehbehinderten umfassenden Rechnung getragen. Dies gelte vor allem für die entsprechend ausgestatteten Bushaltestellen.

Quelle: Örtliche Presse

 

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Einladung zum „Tag der Offenen Tür
am Dienstag 13.06.2006 von 10.00 bis 19.00 Uhr
Motto: Trends und Technik für zu Hause

Der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. veranstaltet auch in diesem Jahr in seinem Beratungszentrum in Freiburg am Dienstag, 13. Juni 2006, in der Zeit zwischen 10.00 und 19.00 Uhr wiederum eine Hilfsmittelausstellung. In diesem Jahr sind schwerpunktmäßig Geräte und Hilfsmittel vorzufinden, die nicht unbedingt am Arbeitsplatz, sondern zu Hause ihren hauptsächlichen Einsatz finden. Sich wohl fühlen, trotz Sehbehinderung bzw. Blindheit, und das Leben genießen. Dies versuchen wir unseren Besucherinnen und Besuchern in diesem Jahr zu vermitteln.

Getreu unserem diesjährigen Motto, möchten wir an diesem Tage unseren Besuchern hauptsächlich Hilfsmittel präsentieren, mit denen die alltägliche Lebensqualität verbessert werden kann. Spielkarten in Postkartengröße, sprechende Handys und ein sprechender Videorecorder mit Videotext-Vorlesefunktion. All dies findet im häuslichen Bereich seinen Einsatz und verhilft zu mehr Lebensfreude. Ein neues Bildschirmlesegerät mit Flachbildschirm und eingebautem Fernsehgerät wird ebenfalls präsentiert. Dieses Gerät zeichnet sich aus, durch die Möglichkeit des Lesens in einer korrekten Körperhaltung (also nicht mehr mit der Nase am Bildschirm kleben, um etwas lesen zu können).

Stationäre Hilfsmittel, wie Braille-Zeilen, Vorlesesprechgeräte oder klassische Bildschirmlesegeräte können an diesem Tage natürlich auch vorgeführt werden.

Wir möchten auch in diesem Jahr mit unserem Angebot wiederum die Möglichkeit einer herstellerunabhängigen Informationsvermittlung für unser Einzugsgebiet anbieten. Auch in diesem Jahr werden wieder sieben Firmen am 13. Juni in der Beratungsstelle des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V., Wölflinstraße 13, 79104 Freiburg, zur Verfügung stehen. Neben den oben erwähnten portablen Hilfsmitteln wird auch ein spezieller Augenoptiker anwesend sein, der dort anfängt, wo die normale Brille aufhört, d.h. der speziell auf Sehhilfenanpassungen für besonders seheingeschränkte Menschen fixiert ist, um das noch vorhandene Restsehvermögen so weit wie möglich zu optimieren. Des Weiteren wird eine Firma Hilfsmittel vorführen, die im Alltag eines schlecht oder gar nicht sehenden Menschen Erleichterung verschaffen. Im Klartext sprechen wir hier von sprechenden Uhren, Thermometern oder Personenwaagen sowie von Markierungshilfen für Haushaltsgeräte oder von speziellen Blinden- und Sehbehindertenabzeichen.

Ein weiterer Hilfsmittelanbieter wird neben den bereits erwähnten Großdruckkalendern und –spielkarten auch Telefone mit großen Tasten vorstellen. Wir hoffen sehr, dass ein für Anfang Juni angekündigtes Spezial-Handy für sehbehinderte Menschen an diesem Tage ebenfalls zur Verfügung stehen wird. Für blinde Handy-Benutzer werden Handys vorgestellt, die über eine Sprachausgabe verfügen, bei denen also alles, was auf dem Display geschrieben steht, vorgelesen wird.

Der Vorstand und das Beratungsteam des Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. würden sich über den Besuch von Betroffenen sowie deren Angehörigen und Freunden und aller sonstig Interessierten sehr freuen. Ganz nach dem Motto "Blinde und Sehbehinderte können alles, nur sehen können sie nicht!"

Ein Verzeichnis mit den Ausstellern finden Sie auf unserer Seite mit Terminen - Berichten - Vorankündigungen.

 

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Besuch am Otto-Hahn-Gymnasium Tuttlingen

Mischa Knebel kann alles – außer sehen

Bild: Schulklasse 5 Tuttlingen

TUTTLINGEN (dya) - Mischa Knebel hat in seinem 34-jährigen Leben noch nie Farben gesehen. „Man hat sie mir nur erklärt“, erzählte der Geschäftsführer des südbadischen Blinden- und Sehbehindertenvereins der Klasse 5c des Tuttlinger Otto-Hahn-Gymnasiums. Der von Geburt an Blinde sensibilisierte und informierte die Kinder zum Thema.

Wie ist das Leben eines Blinden? Welchen Problemen stellen sich Sehbehinderte und was für Hilfsmittel erleichtern den Alltag? Antworten auf die Fragen erhalten die Schüler der 5 c in dieser Schulstunde. „Ich dachte zum Beispiel, dass alle Tapeten orange sind, weil sie sich anfühlen wie Apfelsinen“, erzählt Knebel weiter, während die Schüler gespannt seinen Geschichten aus dem Leben eines Blinden lauschen. Hätte man ihm gesagt, dass die Farbe Schwarz ein heller und freundlicher Ton sei, „das hätte ich auch geglaubt – früher zumindest“, sagt Knebel.

Der 34-Jährige ist blind. Als er als Frühchen geboren wurde, kam er in den Brutkasten. Hier verabreichten ihm die Ärzte zu viel Sauerstoff, dadurch wurde die Netzhaut beschädigt. Hell und dunkel kann er unterscheiden: Durch die spezielle Brille, die er trägt, kann er auch Lichtquellen erkennen. Mehr nicht. Auf die Hilfe seines Blindenstocks ist er angewiesen.

Den Schülern am OHG zeigt Knebel, wie er sich in seinem Leben zurechtfindet: Blindenstock, Schreibmaschine, Blindenschrift und sprechende Taschenrechner – das alles ist normal für den 34-Jährigen. In zwei Schulstunden kann er die Fünftklässler begeistern und Tipps für den Umgang mit Sehbehinderten und Blinden geben.

Und dann will Knebel noch etwas wissen: „Als was können Blinde eigentlich arbeiten?“ „Hm, im Call-Center?“ – „Oder als Rockstar!“ – Ein Kichern geht durch die Reihen, bis Knebel fragt: „Kennt ihr einen blinden Sänger?“. Eigentlich nicht. Oder doch? „Andrea Bocelli, Stevie Wonder, Ray Charles und Joana Zimmer sind die bekanntesten“, beantwortet Knebel. Es gibt eben (fast) nichts, was für Blinde nicht geht.

 

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Hier zielt jeder nur auf alle Neune

VEREINT IM VEREIN: Bei der Kegelgruppe des Blinden- und Sehbehindertenvereins muss niemand sehen, wie die Kegel fallen
VON UNSERER MITARBEITERIN ANJA BOCHTLER

WIEHRE: Wenn die erste Kugel rollt, fängt Jopi an zu leiden. Die Schäferhündin schaut aufgeregt in Richtung Kegelbahn und darf der Kugel trotzdem nicht hinterher rennen. Doch weil Blindenhunde sehr diszipliniert sind, sucht sich Jopi schließlich eine ruhige Ecke im Kegelkeller des Heinrich-Hansjakob-Hauses. Und wartet leise winselnd, aber geduldig, bis ihr Frauchen Helga Mauch mit dem Kegeln fertig ist.

Am schnellsten ist Angelika Ruh. Denn sie sitzt direkt vor der Lichtanlage an der Wand. Dort leuchten Lämpchen auf und signalisieren, wie viele Kegel gerade umgefallen sind. Jedes Mal, wenn Angelika Ruh „zwei!” oder „fünf!” ruft, rechnet Hans-Georg Fischer an der Tafel hektisch vor sich hin, streicht alte Zahlen aus und neue dazu. Aber nicht alle können lesen, was auf der Tafel steht. Und bis nach vorn zur Kegelfläche sieht niemand.

In der Kegelgruppe des Blinden- und Sehbehindertenvereins ist Reinhard Schmitt der einzige Blinde. Aber auch die anderen sind sehbehindert und in ihrem Sehvermögen stark eingeschränkt, viele schon seit ihrer Kindheit. Zum Beispiel Helga Mauch, die sich von ihrer Blindenhündin Jopi führen lässt, und ihr Mann Heiner Mauch. Er sieht nur zwei Prozent von dem, was nicht-sehbehinderte Menschen sehen. Oskar Schmidt erkennt zumindest die Kugel in seiner Hand ganz gut. Wenn das nicht so wäre, könnte er sie aber auch mühelos ertasten und fühlen. Beim Kegeln an sich macht es nichts aus, wie viel jemand sieht, sagt Hans-Georg Fischer. Da zählt nur Geschick und Glück. Reinhard Schmitt steht an der Kegelbahn und zögert. Dann stößt er die Kugel auf die Bahn. Die Außenkanten der Bahn ermöglichen ihm die Orientierung, in welcher Richtung die Kegel stehen. Die Kugel rollt langsam nach vorn, vier Kegel fallen und werden einen Moment später automatisch hochgezogen. Auch die Kugel rollt automatisch zurück. Ganz lautlos, und das hat seine Tücken: Einmal hat sich Oskar Schmidt den Finger gebrochen, als er eine neue Kugel vom Band holen wollte und nicht merkte, dass gerade die alte in voller Geschwindigkeit zurück sauste. Sie prallte gegen seinen Finger.

Lauter wird es, wenn vorn die Kegel getroffen werden. Als nur einer umfällt, erkennt Helga Mauch gleich: „Das waren keine fünf.” Das hört sie am Klang. „Ab und zu gibt's schon mal einen Neuner”, sagt Hans-Georg Fischer. Oder einen „Kranz”: Dann bleibt nur der Kegel in der Mitte stehen. Doch das muss beim ersten Stoß gelingen. Anders als ihre gut sehenden Kollegen zielen die Kegler vom Blinden- und Sehbehindertenverein immer nur auf alle Neune. „Bei uns geht's immer in die Vollen”, bringt es Oskar Schmidt auf den Punkt. Auf einzelne Kegel zu zielen, die stehen geblieben sind, hätte keinen Sinn: „Die sehen wir ja nicht.” Oskar Schmidt ist schon von Anfang an dabei. Die Kegelgruppe trifft sich seit fast 30 Jahren, und früher ging's mal ziemlich streng zu: „Da wurde das Kegeln sehr ernst genommen. Jetzt geht's um die Geselligkeit.” Darum sind auch die Mauchs dabei geblieben. Das Kegeln ist ihnen in der ersten Zeit vor fünf Jahren nämlich nicht leicht gefallen, erzählt Helga Mauch: „Das war schon ein bisschen frustig. Ich habe immer daneben geworfen.” Wenn die Kegler des Blinden- und Sehbehindertenvereins die Kugel rollen lassen, muss die Blindenhündin Jopi immer wieder viel Disziplin aufbringen, um nicht einfach loszurennen.

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"Die Situation wird besser"

Rollstuhlfahrer, Blinde und sehbehinderte Menschen begutachteten den > Lörracher Bahnhof


Badische Zeitung vom Freitag, 20. Januar 2006
Von unserer Mitarbeiterin Britta Wieschenkämper

Gute Noten bekam der Bahnhof von Menschen mit Behinderungen. (FOTO: BRITTA WIESCHENKäMPER)

LÖRRACH. "Die Rampe am Bahnhof ist für Menschen mit Behinderung eine tolle Sache." So lautet das Fazit von Eugen Munz, Bezirksgruppenleiter des Südbadischen Blinden- und Sehbehindertenvereins bei einer Begehung des neu gestalteten Lörracher Bahnhofs.

Munz hatte Vertreter aus verschiedenen Behindertenorganisationen eingeladen, den neuen Zugang zum Bahnhof aus Sicht der Menschen mit Behinderung kennen zu lernen und zu begutachten. Mit dabei waren der VDK, die Gesellschaft zur Bekämpfung von Muskelkrankheiten, das Rollinetzwerk, der Spastikerverein, die IG Miteinander und der Behindertenbeirat aus Weil am Rhein. Nach wie vor stünden Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, viel zu häufig vor unüberwindbaren Hindernissen, bedauerte Munz. Für Blinde und sehbehinderte Menschen stellen viele Dinge eine Gefahr dar. Recht gut gelungen sei die neue Rampe, die gegenüber vom Arbeitsamt in den Bahnhof führt. Hier können Leute im Rollstuhl selbstständig herunter und auch hinauf fahren. Die Neigung ist nicht zu stark, so dass man auch als nicht besonders kräftiger Mensch einen Rollstuhl eigenhändig hinaufrollen kann, wie Irena Rietz vom Rollinetzwerk feststellte. Eine gefährliche Stelle fand Eugen Munz an der Treppe, die zur Unterführung zum Rathaus führt. Hier ist eine Schiene für Kinderwagen und Fahrräder befestigt. Diese stelle für blinde Menschen eine Stolperfalle dar. Sonst erhielt der Zugang zur Bahnhofsunterführung gute Noten.

Das Geländer leitet Blinde und sehbehinderte Menschen, im Bahnhof sind die vorgeschriebenen Rillenplatten verlegt. An der Begehung nahmen auch Arne Lüers von der Stadt Lörrach und Thomas Reichmann, Bahnhofs-Manager aus Basel, DB Station und Service AG, teil. Dass ihnen besonders anschaulich die Widrigkeiten präsentiert wurden, mit denen Menschen im Rollstuhl im Alltag konfrontiert sind, war reiner Zufall. Die Lifte, die aus der Bahnhofsunterführung zu den Bahngleisen hinauf fahren, funktionierten nämlich beide nicht.

Aus diesem Grund konnte auch nicht der Einstieg in die Niederflurzüge getestet werden. Reichmann sagte, der Schaden sei bereits gemeldet und würde in Kürze behoben. "Dass die Aufzüge heute nicht funktionieren, ist kein Halsbruch" , meinte Munz. Aber der Vorfall zeige sehr deutlich, vor welchen Problemen behinderte Menschen stehen. Munz dankte der Stadt Lörrach, dass sie immer ein offenes Ohr für die Menschen mit Behinderung hat. Dass die Rollstuhlrampe gebaut wurde, sei sehr positiv.

Wenn die Fahrstühle funktionieren, könnten Leute im Rollstuhl vom Arbeitsamt in den Bahnhof, von dort auf den Bahnsteig und so in die Innenstadt gelangen. Vorher waren große Umwege nötig, um die Schienen zu überwinden. Der Dank galt auch der Bahn, die dies mit ermöglicht hat.

"Stück für Stück wird die Situation besser, die Stadt arbeitet daran" , lobte Munz. Arne Lüers erläuterte, dass von der Rampe später auch ein barrierefreier Zugang zur Unterführung zwischen Rathaus und Arbeitsamt geplant sei. Dann könne man mit einem Rollstuhl ohne Probleme vom Arbeitsamt zum Rathausplatz gelangen. Aber bis dies realisiert sei, werde wohl noch viel Zeit vergehen, denn zurzeit ist für dieses Projekt kein Geld vorhanden.

 

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Der kleine Finger reicht schon
Christa Braun über den Alltag blinder Menschen und auf was es beim Miteinander ankommt

Von Renate Reckziegel
Wie das Miteinander von Blinden und Sehenden funktioniert, ist für die Oppenauerin Christa Braun ein wichtiges Thema. Kleine Hilfestellungen entscheiden da mitunter, ob jemand dabei sein kann oder nicht: »Oft reicht der kleine Finger eines anderen zur Orientierung«, sagt die 52-Jährige, die selbst von klein auf blind ist und mit ihrer Mutter und der Familie ihres Bruders unter einem Dach lebt.

Bild: Christa Braun

OT: Frau Braun, Sie waren die Erste, die vor vier Jahren die »Zeitung zum Hören« abonnierte. Wie kam es, dass Sie so prompt auf das Angebot reagiert haben?

Christa Braun: Ich dachte, wenn jemand bereit ist, extra für Blinde die Zeitung auf Band zu sprechen, muss ich das haben. Das Lokale ist für uns schließlich wichtig.

OT: Wie informieren Sie sich sonst?

Braun: Ich höre viel Radio und auch Nachrichtensendungen im Fernsehen. Damit bin ich gut informiert. Aber das Regionale finde ich da nicht.

OT: An was denken Sie da?

Braun: Zum Beispiel die Wahlen zum Pfarrgemeinderat: Ich kenne die Kandidaten zum Teil, und natürlich will ich wissen, ob die Leute, die ich gewählt habe, in Oppenau auch reingekommen sind.

OT: Wie haben Sie das gemacht, bevor es die »Zeitung zum Hören« gab?

Braun: Mein Bruder liest abends oft vor, das funktioniert wunderbar. Er ist das so gewöhnt, dass er die Zeitung sogar dann laut liest, wenn ich gar nicht in der Küche sitze… Nur Leserbriefe mag er nicht so gern, die höre ich dann auf der Kassette.

OT: Aber vieles kennen Sie dann ja schon?!

Braun: Das macht nichts: Es ist schön, irgendwo gemütlich zu sitzen und die Woche noch einmal nachzuhören. Außerdem sind die Vorleserinnen mit so viel Begeisterung und Engagement dabei: Jede hat ihre eigenen Schwerpunkte bei der Auswahl der Nachrichten. Jeder liest die Zeitung halt anders. Diese Vielfalt ist auch interessant. Und für Blinde, die niemanden zum Vorlesen haben, ist die Kassette sowieso die einzige lokale Informationsquelle.

OT: Sie arbeiten im Empfang der Firma Doll, einem Fahrzeugbau- Unternehmen mit fast 300 Mitarbeitern. Auf was kommt’s an, damit die Integration blinder Menschen gut funktioniert?

Braun: Es muss ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein. Die Leute sollen nicht nett sein, weil ich ein armes Mädel bin und nichts sehe, sondern weil sie mich schätzen. Umgekehrt muss ich einfach mitteilen, was ich an Hilfen brauche, muss auf Leute zugehen. Diese Aufklärung ist ganz wichtig. Oft reicht schon der kleine Finger eines anderen zur Orientierung. So bin ich auch aufgewachsen: Ich habe mich einfach bei meinem Bruder am kleinen Finger festgehalten und dann war ich überall dabei.

OT: Trotzdem leben viele Blinde isoliert. Warum?

Braun: Viele sind nicht so selbständig, weil sie von Ehepartnern oder Angehörigen überbehütet und abgeschottet werden. Wenn ich etwas unternehmen will, ist das natürlich für meine Familie anstrengender. Man muss als Blinder besonders aktiv sein, sich eine Begleitung organisieren. Aber man muss die Hilfe der anderen auch honorieren und darf sie nicht selbstverständlich nehmen. Wenn man zu egoistisch ist, ist am Anfang zwar noch Solidarität da, aber das hört nach einiger Zeit auf. Komplizierter wird es natürlich, wenn zu der Blindheit noch andere Einschränkungen hinzukommen.

OT: Sie engagieren sich auch im Blinden- und Sehbehindertenverein und im Katholischen Blindenwerk…

Braun: Das ist Hilfe zur Selbsthilfe. Ich finde es wichtig, gerade spät Erblindeten Mut zu machen, ihnen über das erste schwarze Loch hinwegzuhelfen und zu signalisieren, dass das Leben trotzdem lebenswert ist. Wer alle Hilfsmittel nutzt, im Mobilitätstraining übt, Wege alleine zu gehen, oder Kochkurse macht, kriegt viel hin.
Zwar nicht perfekt, aber es geht. Und natürlich sind solche Gruppen auch für die Lobbyarbeit wichtig. In vielen Bundesländern wird gerade diskutiert, die Blindenhilfe zu streichen, in Niedersachsen ist sie bereits abgeschafft worden. Da wird’s für viele finanziell kritisch.

OT: Welchen Tipp haben Sie für Sehende beim Umgang mit Blinden?

Braun: Sehende können Blinde ruhig jederzeit ansprechen. Ich freue mich immer, wenn mich beispielsweise jemand am Bahnsteig fragt, ob ich zurechtkomme. Ich lasse mir dann übrigens grundsätzlich helfen, auch wenn’s alleine ginge. Aber so kommt man miteinander in Kontakt.

Stichwort
Zeitung zum Hören

Lesen Sie auf unserer Spezialseite über die Sprechenden Tageszeitungen weiter.

 

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Vorlesertreff in Offenburg

Der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. betreibt mit einigen Verlagen in Südbaden einen ehrenamtlichen Vorlesedienst. Ziel dieser Arbeit ist es, blinden und sehbehinderten Menschen in Südbaden den Inhalt ihrer Tageszeitung zu Gehör zu bringen. Nähere Einzelheiten zu den aufgesprochenen Tageszeitungen können Sie auf unserer Seite zu diesem Thema nachlesen.

am Dienstag, 13. Dezember 2005 lud der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. die Vorleserinnen und Vorleser der Regionalausgaben des Offenburger Tageblattes zu einem kleinen Advents-Cafe in das Cafe im Ritterhaus nach Offenburg ein. Ziel dieser Veranstaltung war der gegenseitige Austausch der Auflesekräfte. Außerdem möchte sich der Verein mit dieser Veranstaltung für das ehrenamtliche Engagement der Auflesekräfte bedanken.

Die Einbeziehung ehrenamtlicher Helfer in soziale Tätigkeiten ist heutzutage wichtiger denn je. Zeigt sich doch durch dererlei Einsätze immer wieder, dass es in einer Zeit der zunehmenden sozialen Kälte immer wieder Menschen gibt, die ihre Ressourcen für einen guten Zweck zur Verfügung stellen.

Bild: Kaffeetafel mit Vorlesekräften

Das Foto zeigt die gemeinschaftliche Kaffeetafel im Cafe im Ritterhaus.

Wir suchen Auflesekräfte

Aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen scheiden aus der Auflesegruppe Hasslach/Kinzigtal und aus der Gruppe Freiburg-Stadt Aufleserinnen aus. Wir suchen ab sofort Personen, die bereit sind, auf ehrenamtlicher Basis Artikel aus der Badischen Zeitung - Ausgabe Freiburg Stadt sowie aus dem Offenburger Tageblatt - Ausgabe Kinzigtal, auf Tonkassette aufzusprechen.

Das technische Equipment sowie ein einführendes Gespräch werden die Mitarbeiter der Vereinsgeschäftsstelle mit Interessentinnen gerne führen. Bitte beachten Sie auch die Hinweise auf unserer Spezialseite über die sprechenden Zeitschriften.

Über Ihr Interesse und die Bereitschaft zur Mitarbeit würden wir uns sehr freuen.

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Blinden- und Sehbehindertenstiftung Südbaden gegründet

Zur langfristigen Sicherung der Teilnahme blinder und sehbehinderter Menschen am kulturellen, beruflichen und sozialen Leben in der Gemeinschaft, entschloss sich der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e. V. zur Gründung einer rechtlich selbständigen Stiftung.

Bild: 1

Das Foto zeigt Herrn Gerd Schäfers und Herrn Sozialbürgermeister von Kirchbach

Am Montag, dem 12. Dezember 2005 wurde in einer Feierstunde, die im Beratungszentrum des Blinden- und Sehbehindertenvereins in Freiburg, Wölflinstraße 13 stattfand, das Stiftungsgeschäft offiziell eröffnet.

Bild: 2

Auf dem Foto sind Herr Schäfers, Herr v.Kirchbach und Herr Lothar Schneider zu sehen.

Der Sozialbürgermeister der Stadt Freiburg – Herr Ulrich von Kirchbach – erklärte sich in seinem Grußwort dankenswerterweise zu einer Mitarbeit im Stiftungskuratorium bereit, um an der Umsetzung der gemeinnützigen Ziele zu Gunsten blinder und sehbehinderter Menschen im südbadischen Raum tatkräftig mitzuwirken.

Die Blinden- und Sehbehindertenstiftung Südbaden wird durch professionelles Fundraising der Geschäftsstelle unterstützt, um in der Öffentlichkeit ein stärkeres Bewusstsein zu Gunsten der ihr anvertrauten Personen zu fördern. Eine Mittelzufuhr im Gründungsjahr durch Zustiftungen in den Vermögensstock ist für jede Person möglich und verhilft dazu, ein mittelfristig fundiertes Grundvermögen zu schaffen. Aus den Erträgen dieses Grundstockes können bei entsprechend großem Wachstum in der Zukunft gezielt blinde und sehbehinderte Menschen gefördert werden. Eine zu Gunsten blinder und sehbehinderter Menschen arbeitende Stiftung ist heutzutage wichtiger denn je, da sich auch im Bereich der Behindertenpolitik die öffentliche Hand mehr und mehr aus ihrer sozialen Verpflichtung zurückzieht.

Aus Sicht der Stiftungsgründer ist es sehr wenig bekannt, dass neben den „üblichen“ Spenden, Zuwendungen anlässlich der Neugründung in das Grundvermögen einer rechtlich selbständigen Stiftung steuerlich zusätzlich gefördert werden. Abzugsfähig sind Beträge bis 307.000 €, die auf das Jahr der Zuwendung und die folgenden neun Veranlagungszeiträume verteilt werden können und sich durch diese Gestaltungsmöglichkeit positiv auf den individuellen Steuersatz des Zuwendenden auswirken.

Aber auch Spenden, die nach dem Gründungszeitraum erfolgen, werden steuerlich höher gefördert, wenn man sie einer anerkannten Stiftung zuwendet.

Des Weiteren möchte sich die Blinden- und Sehbehindertenstiftung für Stifter öffnen, die ein eigenes Stiftungswerk begründen wollen. Dies bedeutet, dass solche Stiftungen, die bislang rechtlich nicht selbständig waren, bei der Blinden- und Sehbehindertenstiftung eine „Heimat“ finden können.

Das Ziel der Stiftung liegt, wie bereits angedeutet, in der Sicherung einer selbständigen Lebensführung blinder und sehbehinderter Menschen in Südbaden. Jugendliche, Berufstätige und Senioren, die sehbehindert oder völlig erblindet sind, stehen im Blickpunkt der Stiftung. Aus den Erträgen soll es zukünftig möglich sein, diese Gruppe regelmäßig so zu fördern, dass ein zufriedenes und eigenständiges Leben möglich ist.

Zur Eröffnung des Stiftungsgeschäftes wurde bei der Deutschen Bank (Bankleitzahl 680 700 30) ein Konto mit der Nr. 024 201 607 eingerichtet, auf das ab sofort gespendet werden kann.

Bild: 3

Auf dem dritten Bild sind sämtliche Mitglieder des Stiftungskuratoriums zu sehen.

Unser Dank richtet sich an alle, die sich jetzt und in Zukunft mit unserer Idee solidarisieren. Ein besonderes Dankeschön möchten wir Herrn von Kirchbach aussprechen, der neben dem Grußwort der Stadt Freiburg am 12. Dezember den Mitgliedern des Stiftungskuratoriums gleichzeitig eine finanzielle Starthilfe übergab.

Datum der letzten Änderung: 08-08-08 13:20:49

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Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V.

Beratungsstelle für Blinde, Sehbehinderte und deren Verwandte und Freunde

Wölflinstraße 13
79104 Freiburg
Telefon: (0761) 36 122 Fax: (0761) 36 123

Unsere Öffnungszeiten sind:

Montag bis Donnerstag: 9.00-13.00 Uhr und 14.00-16.30 Uhr
Freitag: 9.00 bis 13.00 Uhr

Wenn Sie eine ausführliche Beratung wünschen, vereinbaren Sie vorher bitte einen Termin.

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